Fotostrecke

Todeserklärung: Al-Qaida beklagt "Märtyrer" Bin Laden

Foto: AP

Stellungnahme im Web Al-Qaida bestätigt Tod Osama Bin Ladens

Diese Mitteilung dürfte viele Zweifler überzeugen: Das Terrornetzwerk al-Qaida hat den Tod seines einstigen Anführers Osama Bin Laden nun offiziell bestätigt. Eine Stellungnahme wurde in dschihadistischen Internetforen verbreitet.
Von Yassin Musharbash

Hamburg - Al-Qaida bestätigt den Tod seines Gründers und Chefs Osama Bin Laden. Das Kommuniqué liegt SPIEGEL ONLINE vor. Bin Laden sei als "Märtyrer" gestorben, heißt es darin.

Das Dokument trägt die Unterschrift der "allgemeinen Führung" al-Qaidas, es ist auf den 3. Mai datiert und wurde auf einer maßgeblichen Qaida-nahen Web-Seite veröffentlicht. In dem vier Seiten langen Schriftstück heißt es unter anderem: "Osama Bin Laden war kein Prophet, sondern ein einfacher Muslim." Die Muslime in Pakistan fordert al-Qaida auf, sich zu erheben, um die "Schande" zu tilgen, dass Osama Bin Laden in ihrem Land getötet wurde. "Die Amerikaner können nicht das töten, wofür Scheich Osama gelebt hat - mit all ihren Medien nicht, ihren Armeen, ihren Spionen, Werkzeugen und Nachrichtendiensten", schreiben die Extremisten.

Das Kommuniqué ist für die Bestätigung des Todes eines Qaida-Kaders außergewöhnlich lang. Es enthält absatzlange Verherrlichungen Bin Ladens und betont zudem, dass der bewaffnete Kampf weitergehen werde. "Wenn es möglich wäre, das Licht des Islam und des Dschihad mit dem Tod eines Mannes auszulöschen, wäre es bereits nach dem Tod des Propheten Mohammed erloschen", heißt es unter anderem.

Bin Laden war nach US-Angaben in der Nacht zum Montag in einem Anwesen in Pakistan von einem Spezialkommando der Navy Seals getötet worden. Die US-Soldaten nahmen die Leiche des seit mehr als zehn Jahre gesuchten Mannes mit. Sie wurde von einem Flugzeugträger aus auf See bestattet. Da die US-Regierung sich weigert, eine Foto der Leiche zu veröffentlichen, waren in der islamischen Welt Zweifel am Tod Bin Ladens laut geworden.

Uno-Experten verlangen Aufklärung über Bin Ladens Tod

Doch auch die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte und weitere Uno-Experten haben von Washington Aufklärung über den Tod Bin Ladens verlangt. "Die USA sollten die Fakten offenlegen, die erläutern, ob die jüngste Anwendung tödlicher Gewalt gegen Osama Bin Laden den Standards des internationalen Völkerrechts entsprechen", erklärten zwei Uno-Sonderberichterstatter für Menschenrechte am Freitag in Genf. Uno-Hochkommissarin Navi Pillay hatte von der US-Regierung mehr Einzelheiten über die Umstände der Tötung Bin Ladens verlangt.

Die Uno-Experten Christof Heyns und Martin Scheinin erkennen zwar an, dass es unter gewissen Umständen nötig sein kann, sozusagen als letzte Maßnahme gegen den Terrorismus, auch tödliche Gewalt anzuwenden, um Menschenleben zu schützen. "(Aber) Aktionen von Staaten im Kampf gegen den Terrorismus, besonders in so herausragenden Fällen, setzen auch Maßstäbe in der Art, wie das Recht auf Leben in zukünftigen Fällen behandelt wird", erklärten die Experten.

So sei es besonders wichtig, zu erfahren, ob bei der Planung der Mission auch vorgesehen gewesen sei, Bin Laden zu verhaften. Dies müsse öffentlich gemacht werden. Es sollte die Norm sein, dass Terroristen als Kriminelle behandelt werden, mit rechtlichem Verfahren, Urteil und juristisch gerechtfertigter Strafe.

mit Material der Agenturen
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.