Stellvertreter von Kim Jong Un Nordkorea hat ein neues Staatsoberhaupt

Er gilt hinter Machthaber Kim Jong Un als Nummer zwei in der Hierarchie: Choe Ryong Hae ist von Nordkoreas Volkskammer zum protokollarischen Staatsoberhaupt gewählt worden. Er ersetzt einen 91-Jährigen.

Nordkoreas neues Staatsoberhaupt Choe Ryong Hae (Archivaufnahme)
AP

Nordkoreas neues Staatsoberhaupt Choe Ryong Hae (Archivaufnahme)


Choe Ryong Hae ist jetzt das nominelle Staatsoberhaupt von Nordkorea. Einen Monat nach der staatlich gelenkten Parlamentswahl wählte die Oberste Volksversammlung den Stellvertreter von Machthaber Kim Jong Un zum Vorsitzenden des Parlamentspräsidiums, wie die staatlichen Medien am Freitag berichteten.

Choe ersetzt damit den 91-jährigen Kim Yong Nam, der in dieser Position lange Jahre als nominelles Staatsoberhaupt und "außenpolitisches Gesicht" des Landes galt. Im Gegensatz zu Kim Yong Nam, der nicht als Entscheider galt, wird Choe als politisches Schwergewicht gesehen. Südkoreanische Medien beschrieben ihn im vergangenen Jahr als die Nummer zwei hinter Kim Jong Un. Über eine Entlassung Kim Yong Nams gab es wegen seines hohen Alters in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen.

Kim Jong Un wurde bei der Sitzung der Volksversammlung am Donnerstag wie erwartet als Vorsitzender der Kommission für staatliche Angelegenheiten und damit im höchsten Staatsposten bestätigt. Seine Wahl sei ein "großes politisches Ereignis von wichtiger historischer Bedeutung", hieß es. Beobachter sehen die Wahl als weitere Zementierung von Kims diktatorischer Machtfülle.

Bei den nur ein- oder zweimal jährlich einberufenen Sitzungen der Volkskammer werden weitgehend Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert. Bei der Wahl im März erhielten alle 687 Kandidaten nach offiziellen Angaben eine Zustimmung von 100 Prozent. In jedem Wahlkreis gibt es normalerweise nur einen von der Partei zuvor nominierten Kandidaten.

als/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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steveleader 12.04.2019
1. Warum Wahlen?
Jeder im Volk sollte doch wissen, dass es den einen absoluten Herrscher gibt. Warum Wahlen?
spon-facebook-10000015195 12.04.2019
2. Eine Farce
Erinnert mich stark an DDR Zeiten mit der SED. Ist man damals nicht wählen gegangen, war man gebranntmarkt. Und zu wählen gabs nur eine Partei. Aber zumindest die DDR Führung hat nie 100% als „offizielle“ Zahlen geschönt, da das absolut weltfremd war. Nordkoreas dicke Führer sonnen sich im eigenen Glanz und die Bevölkerung hungert und das Land ist auf der Entwicklungsstufe von vor 40 Jahren.
hileute 12.04.2019
3. @steveleader
ich kenn noch einige andere Länder wo schon vor der Wahl klar ist wie es danach politisch aussieht, angesichts das es nur eine Partei gibt. In den afrikanischen Ländern sind die Präsidenten, äh Diktatoren doch auch ewig an der macht, obwohl ihre Beliebtheit ja nicht immer so hoch zu sein scheint, und trotzdem gewinnen sie die Wahlen. Da geht's nur um das Gefühl ne Wahl zu haben.
hilfe2018 12.04.2019
4. Herzlichen Glückwunsch
zu Ihrer Beförderung und ein glückliches erfolgreiches Händchen bei der Widervereinigung mit Südkorea natürlich ohne US Kriegsverbrecher. Wenn Frau Merkel dem Schokoprinz zum 2. Platz in der ersten Wahlrunde gratuliert, gratuliere ich dem in erster Runde gewählten neuen Staatsoberhaupt von Nordkorea. Die machen mir mehr Freuede da Sie mit jedem freundschaftliche Beziehungen pflegen möchten.
jens109 12.04.2019
5. Türkei
soweit ich weiß wurden in der Türkei zwei Wahlhelfer erschossen als es darum ging eine geheime (verdeckte) Wahl in einem Wahllokal durchzusetzen. Was in Nordkorea passiern würde kann man sich vorstellen wenn selbst engere Familienanghörige (Onkel) des Diktators einfach von der Bildfläche verschwinden. Bei einfachen Menschen passiert das vermutlich regelmäßig um das Volk unter Kontrolle zu halten.
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