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27. September 2019, 10:05 Uhr

"Stena Impero"

In Iran festgehaltener britischer Tanker hat abgelegt

Mehr als zwei Monate hielt Iran den britischen Öltanker "Stena Impero" fest. Nun ist das Schiff offenbar auf dem Weg aus iranischen Gewässern.

Der seit Mitte Juli in der Straße von Hormus in Iran festgehaltene britische Öltanker "Stena Impero" hat Fahrt aufgenommen und steuert auf internationale Gewässer zu. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf eine Textnachricht des schwedischen Schiffseigners.

Bereits am Montag hatte es aus dem Präsidialamt in Teheran geheißen, das Schiff komme frei. Die juristischen Untersuchungen seien abgeschlossen und die Verstöße des Schiffes "verziehen", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff am 19. Juli unter dem Vorwurf festgesetzt, Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet zu haben. Sieben der 23 Crewmitglieder waren bereits Anfang September freigelassen worden, aus humanitären Gründen, wie Irans Außenamtssprecher mitteilte. Ob sich nun alle weiteren Crewmitglieder auf dem auslaufenden Schiff befinden, war zunächst unklar.

Großbritannien vermutet hinter der Festsetzung eine Vergeltungsaktion

Nach Ende der zweimonatigen juristischen Untersuchungen verlasse die "Stena Impero" nun Bandar Abbas, teilte das Seefahrtsamt der südiranischen Hafenstadt laut der Nachrichtenagentur IRNA mit.

Die britische Regierung vermutete hinter der Festsetzung der "Stena Impero" eine Reaktion auf einen ähnlichen Vorfall im britischen Gibraltar: Dort war Anfang Juli ein Supertanker mit Öl aus Iran, das für Syrien bestimmt gewesen sein soll, an die Kette gelegt worden. Die Lieferung verstieß den Behörden zufolge gegen EU-Sanktionen gegen das Kriegsland Syrien. Den Hinweis auf das Schiff hatten die Briten von den USA erhalten.

Iran sprach von "Piraterie" und drohte mit Konsequenzen. Mitte August wurde die "Adrian Darya-1" schließlich freigegeben. Mutmaßungen, es habe sich um ein Tauschgeschäft gehandelt, um die "Stena Impero" freizubekommen, wies London vehement zurück.

Im Persischen Golf gibt es immer wieder Schiffe und Boote, die illegal Öl und Gasöl in die benachbarten arabischen Golfstaaten schmuggeln. Zwar werden einige von ihnen von der iranischen Küstenwache oder den Revolutionsgarden festgesetzt, immer wieder kommen aber auch Schiffe durch. Nach iranischen Angaben handelt es sich dabei um organisierte Kriminalität, und es sei daher schwierig, die Hintermänner dieser Schmugglerbanden zu fassen.

cht/dpa/Reuters

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