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05. September 2019, 14:52 Uhr

Britischer Öltanker "Stena Impero"

Sieben Seeleute auf dem Weg zu ihren Familien

Im Juli hatte Iran die "Stena Impero" beschlagnahmt. Nun haben sieben der Besatzungsmitglieder den Tanker verlassen - 16 weitere müssen auf dem Schiff bleiben.

Sieben freigelassene Besatzungsmitglieder des Öltankers, der im Juli von Iran beschlagnahmt wurde, sind auf dem Weg zu ihren Familien. Der Chef der schwedischen Reederei Stena Bulk, Erik Hånell, sagte, seine Leute würden nun einen "sicheren" Ort in Dubai ansteuern. Dort würden sie ärztlich untersucht und befragt, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehrten. Welche Nationalität die Freigelassenen haben, wollte er nicht sagen.

Das Schiff, die "Stena Impero", fuhr unter britischer Flagge, als es von den iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus festgesetzt wurde. Es soll gegen Seeverkehrsvorschriften verstoßen haben, was die Reederei bestreitet. Die Mannschaftsmitglieder stammen aus Indien, Lettland, den Philippinen und Russland.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den iranischen Supertanker "Grace 1" wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien gestoppt. Der Schiffsname wurde später in "Adrian Darya 1" geändert.

Der Tanker wurde im vergangenen Monat wieder freigegeben, Beobachter halten deshalb auch eine Freisetzung des britischen Schiffes für denkbar. Teheran warte vermutlich auf eine sichere Rückkehr seines Supertankers nach Iran, um dann auch das britische Schiff freizugeben.

Seit Monaten schwelt ein Streit zwischen Iran und mehreren westlichen Staaten, allen voran den USA, der auch auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben zudem harte Sanktionen gegen Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen.

Kapitän hat Crewmitglieder für Freilassung ausgewählt

16 Seeleute befinden sich noch immer auf der "Stena Impero". "Wir arbeiten weiterhin unermüdlich an der Freilassung der verbleibenden Besatzung an Bord der 'Stena Impero'", sagte Hånell. Im vergangenen Monat hatte Hånell mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gesprochen, als dieser Stockholm besuchte. Zuletzt hatten sich Angehörige extrem besorgt über das Schicksal der Crewmitglieder geäußert.

Bereits gestern war bekannt geworden, dass sieben der Crewmitglieder freigelassen werden. Nach iranischen Angaben wurden sie von dem Kapitän des Tankers ausgewählt.

mfh/dpa

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