Britischer Öltanker "Stena Impero" Sieben Seeleute auf dem Weg zu ihren Familien

Im Juli hatte Iran die "Stena Impero" beschlagnahmt. Nun haben sieben der Besatzungsmitglieder den Tanker verlassen - 16 weitere müssen auf dem Schiff bleiben.

Öltanker "Stena Impero"
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Öltanker "Stena Impero"


Sieben freigelassene Besatzungsmitglieder des Öltankers, der im Juli von Iran beschlagnahmt wurde, sind auf dem Weg zu ihren Familien. Der Chef der schwedischen Reederei Stena Bulk, Erik Hånell, sagte, seine Leute würden nun einen "sicheren" Ort in Dubai ansteuern. Dort würden sie ärztlich untersucht und befragt, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehrten. Welche Nationalität die Freigelassenen haben, wollte er nicht sagen.

Das Schiff, die "Stena Impero", fuhr unter britischer Flagge, als es von den iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus festgesetzt wurde. Es soll gegen Seeverkehrsvorschriften verstoßen haben, was die Reederei bestreitet. Die Mannschaftsmitglieder stammen aus Indien, Lettland, den Philippinen und Russland.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den iranischen Supertanker "Grace 1" wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien gestoppt. Der Schiffsname wurde später in "Adrian Darya 1" geändert.

Der Tanker wurde im vergangenen Monat wieder freigegeben, Beobachter halten deshalb auch eine Freisetzung des britischen Schiffes für denkbar. Teheran warte vermutlich auf eine sichere Rückkehr seines Supertankers nach Iran, um dann auch das britische Schiff freizugeben.

Seit Monaten schwelt ein Streit zwischen Iran und mehreren westlichen Staaten, allen voran den USA, der auch auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben zudem harte Sanktionen gegen Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen.

Kapitän hat Crewmitglieder für Freilassung ausgewählt

16 Seeleute befinden sich noch immer auf der "Stena Impero". "Wir arbeiten weiterhin unermüdlich an der Freilassung der verbleibenden Besatzung an Bord der 'Stena Impero'", sagte Hånell. Im vergangenen Monat hatte Hånell mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gesprochen, als dieser Stockholm besuchte. Zuletzt hatten sich Angehörige extrem besorgt über das Schicksal der Crewmitglieder geäußert.

Bereits gestern war bekannt geworden, dass sieben der Crewmitglieder freigelassen werden. Nach iranischen Angaben wurden sie von dem Kapitän des Tankers ausgewählt.

mfh/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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harald441 05.09.2019
1. Unsinnige Doppelmehrzahlbildung!
Wieviele Familien hat denn jeder der sieben Seeleute? Vermutlich und ganz normal: Je eine. Also muß die Überschrift korrekt heißen: "Sieben Seeleute auf dem Weg zu ihrer Familie".
HeisseLuft 05.09.2019
2. Zur Erinnerung
Nur mal so zur Erinnerung: der iranische Vorwurf war, dass der angeblich Tanker gegen Sicherheitsregeln verstoßen habe. Und deshalb samt Mannschaft festgesetzt worden sei: "Der Iran hat die Festsetzung des britischen Öltankers "Stena Impero" damit begründet, dass das Schiff mit einem iranischen Fischerboot zusammengestoßen ist. Der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der iranischen Provinz Hormosgan erklärte am Samstag, entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien Ermittlungen zur Unfallursache eingeleitet worden. Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Freitag mitgeteilt, der Tanker habe gegen "internationale maritime Regeln" verstoßen. Er sei deshalb auf Ersuchen der Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Hormosgan beschlagnahmt worden. " Aus: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/iran-britischer-tanker-beschlagnahme-golf-von-hormus-zusammenstoss-fischerboot-100.html Aha. Und jetzt kann der Kapitän willkürlich auswählen, welcher von seiner Mannschaft nach Hause kann? Und die anderen werden weiter festgehalten? Was hat das wohl mit ernstgemeinten Ermittlungen zu tun? Hätte doch jetzt gerne mal eine Stellungnahme derjenigen, die den Iran so vehement verteidigt haben. Sie haben Geiselnehmer verteidigt.
World goes crazy 05.09.2019
3. HeisseLuft, sonst nix von dir...
Klar war die Festsetzung des Tankers nur eine Revanche-Aktion für die genauso illegale Festsetzung des iranischen. Was mich mehr amüsiert ist, dass SPON und andere Medien Berichte von den Angehörigen der auf dem britischen Tanker beschäftigten Seemänner veröffentlicht haben, die doch "so gern ihre Männer zurückhaben wollen". Da wurde versuchsweise auf die Tränendrüse gedrückt. Aber dass die Angehörigen der "iranischen Seemänner" sich Sorgen um diese machen, davon kam NIX. Das ist Doppeltmoral. Fakt ist: Weder Iran, noch Syrien, noch Türkei, Libanon o.Ä. sind Teil der EU. Wie um alles in der Welt können diese Länder dann gegen EU- oder US-Sanktionen verstoßen? Das war eine Anbiederungsaktion des UK an die US...das ist jedem vernünftigen Menschen klar. Genauso wie der Fakt, dass beide Festsetzungen unrechtmäßig waren! Die Aktion mit der "Tränendrüse" finde ich aber medial gesehen als strohdumm, damit schafft man kein Vertrauen. V.a. wenn man bedenkt, dass vermutlich beide Besatzungen zum Großteil aus der Gegend vom Iran bis zu den Philippinen kommen...für diese Menschen interessiert man sich medial doch nur, wenn man sie irgendwie instrumentalisieren kann...wie in diesem Fall -.-
seamanslife 05.09.2019
4. die "Revolutionsgarde" ist weder eine Behörde noch eine reguläre Armee
deren Speedboote bringen nach ihrem Gusto oder dem des Ayatollahs ein Schiff in internationalen Gewässern auf und kidnappen es. Da sie aber Teil der Staatsmacht sind und offensichtlich den iranischen Staat allmächtig vertreten sollte der iranische Staat auch für den gesamten Schaden den die Revolutionsgarde angerichtet hat aufkommen. Pikant ist das die "Stena Bulk" zu der das Schiff gehört ihren Sitz in Houston/Texas hat. Sobald das Schiff durch den iranischen Staat freigegeben und in internationalen Gewässern ist, wird die Tochterfirma in Texas den iranischen Staat auf Kompensation des entstandenen Schadens verklagen. Da das vor einem US-Gericht passieren wird, wird eine saftige Summe fällig werden. Die gekidnappten Seeleute können ja in ihren Heimatländern versuchen den iranischen Staat zu verklagen.
HeisseLuft 05.09.2019
5. Na, das ist doch interessant
Zitat von World goes crazyKlar war die Festsetzung des Tankers nur eine Revanche-Aktion für die genauso illegale Festsetzung des iranischen. Was mich mehr amüsiert ist, dass SPON und andere Medien Berichte von den Angehörigen der auf dem britischen Tanker beschäftigten Seemänner veröffentlicht haben, die doch "so gern ihre Männer zurückhaben wollen". Da wurde versuchsweise auf die Tränendrüse gedrückt. Aber dass die Angehörigen der "iranischen Seemänner" sich Sorgen um diese machen, davon kam NIX. Das ist Doppeltmoral. Fakt ist: Weder Iran, noch Syrien, noch Türkei, Libanon o.Ä. sind Teil der EU. Wie um alles in der Welt können diese Länder dann gegen EU- oder US-Sanktionen verstoßen? Das war eine Anbiederungsaktion des UK an die US...das ist jedem vernünftigen Menschen klar. Genauso wie der Fakt, dass beide Festsetzungen unrechtmäßig waren! Die Aktion mit der "Tränendrüse" finde ich aber medial gesehen als strohdumm, damit schafft man kein Vertrauen. V.a. wenn man bedenkt, dass vermutlich beide Besatzungen zum Großteil aus der Gegend vom Iran bis zu den Philippinen kommen...für diese Menschen interessiert man sich medial doch nur, wenn man sie irgendwie instrumentalisieren kann...wie in diesem Fall -.-
Na, wenn Sie meinen, dass die britische Aktion ebenso unrechtmäßig gewesen sei, dann erklären Sie mir und dem Forum doch mal, warum die Grace 1 aus eigenem Entschluss auf die Tankerreede von Gibraltar lief - und damit in ein Hafengewässer Großbritanniens. Mit einer Ladung, über die der dringende Verdacht bestand, dass diese gegen Sanktionsbestimmungen GBs verstießen. Falls Sie auf "Transit" plädieren wollen: nein, kein Transit mehr. Nicht wenn der Kahn in einen Hafen läuft oder auf einer Reede Anker wirft. Und daher wurde der Tanker ebendort geentert und beschlagnahmt. Und warum hat sich der Iran so lange geziert, bis er offiziell erklärte, der Zielhafen sei nicht in Syrien? Hätte er doch gleich machen können? Aber doch schön, dass Sie so bereitwillig zugestehen, dass die iranische Aktion ein reiner Piratenakt war.
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