Aussagen über Präsidentensohn Bannon bedauert Trump-Jr.-Bashing in Skandalbuch

Steve Bannon war eine der wichtigsten Quellen für das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" - nun relativiert er offenbar einige heikle Aussagen. Besonders über Trump-Sohn Don Junior habe er nicht so hart richten wollen.
Donald Trump Jr.

Donald Trump Jr.

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Ohne ihn wäre "Fire and Fury" wohl nie geschrieben worden. Donald Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon plauderte ausgiebig mit Autor Michael Wolff, viele der besonders haarsträubenden Schilderungen über das Chaos im Weißen Haus stammen von ihm. Es schien, als sei das Verhältnis zwischen Bannon und Trump unrettbar zerrüttet.

Steve Bannon (im Dezember 2017)

Steve Bannon (im Dezember 2017)

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Doch nun hat Bannon Bedauern über die Auswirkungen von Bemerkungen geäußert, mit denen er in dem Enthüllungsbuch zitiert wird. In einer der Nachrichtenwebsite Axios zugespielten Erklärung  bekundete er nach deren Angaben zugleich "unerschütterliche Unterstützung" für den US-Präsidenten und dessen Agenda. Ausdrücklich lobt er darin den Trump-Sohn Donald Jr. Dass die ihm zugeschrieben Äußerungen auch tatsächlich so gefallen sind, bestreitet Bannon in seiner Erklärung allerdings nicht.

Der ehemalige enge Vertraute von Trump geht Axios zufolge insbesondere auf sein im Buch zitiertes Urteil über ein Treffen von Donald Trump Jr., Schwiegersohn Jared Kushner und dem damaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes 2016 ein. Trump Jr. hatte gehofft, dabei Schmutziges über die Wahlrivalin seines Vaters, Hillary Clinton, zu erfahren. Bannon wertet dieses Treffen dem Buch zufolge als "Verrat, unpatriotisch und üblen Mist". (Hier geht es zu einer ausführlichen Buchbesprechung.)

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Enthüllungsbuch über Trump: "Als wolle man herausfinden, was ein Kind will"

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In seiner Erklärung sagt Bannon nun, dass sich die Bemerkung gegen Manafort gerichtet habe, nicht gegen Trump Jr. Letzterer sei sowohl ein "Patriot und ein guter Mann". Manafort aber hätte wissen müssen, so Bannon, wie die Russen operierten und dass sie nicht Freunde der USA seien. "Ich bedauere, dass meine verspätete Antwort auf den inakkuraten Bericht bezüglich Don Jr. die Aufmerksamkeit von den historischen Errungenschaften im ersten Jahr der Präsidentschaft abgelenkt hat."

Im Buch wird Bannon mit den Worten zitiert, das Team um Sonderermittler Robert Mueller werde Don Junior "knacken wie ein Ei". Eine Erklärung für die Diskrepanz zwischen diesem Statement und der aktuellen Darstellung bleibt er schuldig.

Zwischen all dem Tratsch und den pikanten Enthüllungen kommt dem Treffen mit der Anwältin besonderes Gewicht zu. Ermittler Mueller untersucht, ob es zwischen dem Trump-Lager und Russland Absprachen zu einer Wahlbeeinflussung gegeben hat. Da dürften er und sein Team die Auszüge in "Fire and Fury", die sich um den Termin in New York drehen, mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen haben.

Reiche Gönner wenden sich von Bannon ab

Für Bannon, der das Weiße Haus im August 2017 verlassen musste, hatte die ausgiebige Beteiligung an "Fire and Fury" bereits wenige Tage nach Erscheinen des Buchs erhebliche Folgen. So distanzierten sich zahlreiche Unterstützer unmittelbar, nachdem erste Auszüge publik wurden. Unter anderem wandte sich die ultrarechte Milliardärin Rebekah Mercer von Bannon ab.

Der Bruch zwischen Bannon und dem Mercer-Clan ist bemerkenswert. Es war Mercer, die als wichtige Geldgeberin seiner Kampagne Trump ermutigt hatte, den Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart in sein Wahlkampfteam zu holen. Von dort führte Bannons Weg bis ins Weiße Haus, wo er nach Trumps Amtsantritt dessen Chefberater wurde.

jok/dpa
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