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08. April 2017, 22:37 Uhr

Lkw-Anschlag in Stockholm

Auf der Suche nach dem Motiv

Hat der Tatverdächtige den Lkw aus religiösem Fanatismus gesteuert? Wer waren die Opfer der Tat? Und was ist über das Fahrzeug bekannt? Der Überblick über den Anschlag in Stockholm.

Am Freitag um 14.55 Uhr geht nach Angaben der schwedischen Sicherheitspolizei ein Notruf ein: Im Herzen Stockholms sei ein Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren und habe viele Menschen verletzt; anschließend fuhr der Lkw in ein Kaufhaus und fing Feuer, der Fahrer floh. Noch am selben Tag nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Doch die Ermittlungen dauern an.

Wer ist der Tatverdächtige?
Verdächtigt wird nach Angaben der Ermittler ein 39-jähriger Mann aus Usbekistan. Er sei auf Bildern in der Nähe des Tatorts zu sehen gewesen. Sein Name war den Behörden seit dem Vorjahr bekannt - doch die Ermittler teilten nicht mit, woher. Eine Verbindung zu extremistischen Milieus bestätigt die Polizei zunächst nicht.

Eine angebliche Bekannte des Verdächtigen sagte der Tageszeitung "Dagens Nyheter", er sei "kein religiöser Fanatiker". Sie bezeichnete den Mann als "ganz normalen Arbeiter". Demnach soll er im Baugewerbe gearbeitet haben.

Was weiß man über das Motiv?
Die Ermittler gehen von einem terroristischen Motiv aus. "Die Umstände weisen auf eine Absicht hin, unserer Bevölkerung zu schaden und für Angst und Schrecken zu sorgen", sagte Staatsanwalt Hans Ihrman am Samstag. Ob der Mann aus Sympathie für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehandelt habe, werde noch untersucht. Zunächst hat sich keine Terrororganisation zu dem Anschlag bekannt.

Hat der Verdächtige allein gehandelt?
Die Polizei schließt nicht aus, dass mehrere Menschen an der Tat beteiligt waren. Es gebe aber keine Hinweise auf eine Gefahr für die Allgemeinheit. Die schwedische Zeitung "Aftonbladet" hatte am Samstag von weiteren Festnahmen berichtet. Dies bestätigten die Ermittler nicht.

Wer sind die Opfer?
Es gab nach vorläufigen Angaben vier Tote und 15 Verletzte. Erst eines der vier Todesopfer ist laut Polizei identifiziert, Angaben zur Person machte die Polizei zunächst nicht. Acht Menschen seien noch im Krankenhaus.

Woher stammt der Lkw?
Der vom Täter gekaperte Laster gehört einer Brauerei. Diese erklärt in einem Statement auf ihrer Internetseite: "Unser Fahrer versuchte, das Fahrzeug zu stoppen, indem er sich davorstellte - musste aber zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden." Der Mann sei leicht verletzt und stehe unter Schock.

Was ist über die Gegenstände im Lkw bekannt?
Nach dem Anschlag wurde nach Polizeiangaben auf dem Fahrersitz ein technisches Gerät gefunden, "das dort nicht sein sollte". Worum es sich genau handelte, "eine herkömmliche Bombe oder ein Brandsatz", werde noch ermittelt.

Besteht weiterhin Gefahr?
Es gibt laut Polizei keine Hinweise auf eine Gefahr für die Allgemeinheit. Die schwedischen Behörden sind aber weiter in Alarmbereitschaft. Zehn Tage lang sollen alle Ausreisenden an den Grenzen kontrolliert werden, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven.

Augenzeuge: "Die Straßenlaterne rettete sie!"

sun/dpa

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