Straße von Hormus Briten schließen sich US-Mission im Persischen Golf an

Großbritannien will sich an einer von den USA angeführten "Sicherheitsmission" in der Straße von Hormus beteiligen. Das kündigte Außenminister Raab an. Die Bundesregierung zieht eine EU-geführte Beobachtermission vor.

Dominic Raab: "Die Sicherheit stärken und in der Schifffahrt für Beruhigung sorgen"
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Dominic Raab: "Die Sicherheit stärken und in der Schifffahrt für Beruhigung sorgen"


Angesichts der Spannungen mit Iran will sich Großbritannien einer "internationalen maritimen Sicherheitsmission" unter Führung der USA anschließen. Die Mission soll Handelsschiffe in der Straße von Hormus schützen, kündigte Außenminister Dominic Raab an. "Dieser Einsatz wird die Sicherheit stärken und in der Schifffahrt für Beruhigung sorgen", sagte Raab.

Die Straße von Hormus, die vor Iran den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, ist eine extrem wichtige Handelsroute, gerade für Öl. Zuletzt hat sich die dortige Sicherheitslage dramatisch verschlechtert.

Erst am Sonntag meldeten die iranischen Revolutionsgarden, einen "ausländischen Tanker" beschlagnahmt zu haben. Schon im Juli hatte Iran zwei Schiffe in der Meerenge zwischen dem Persischem Golf und dem Golf von Oman festgesetzt. Zuvor hatte die britische Marine vor Gibraltar einen iranischen Tanker aufgebracht. Dieser soll mit Öl nach Syrien unterwegs gewesen sein und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen haben.

Raab: Großbritannien will weiter an Atomabkommen mit Iran festhalten

Der Schritt bedeute keine Änderung der grundsätzlichen Position Großbritanniens gegenüber Iran, sagte Raab laut der Nachrichtenagentur Reuters. Großbritannien unterstütze weiterhin das Atomabkommen mit Iran.

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte vor Journalisten: "Wir freuen uns darauf, mit den USA und anderen zusammenzuarbeiten, um eine internationale Lösung für die Probleme in der Straße von Hormus zu finden." Großbritannien sei entschlossen, seine Schiffe gegen rechtswidrige Bedrohungen zu schützen und habe sich deshalb der Sicherheitsmission angeschlossen.

Maas will eine europäische Mission zum Schutz von Handelsschiffen

Die US-Regierung hatte ihren Verbündeten in Europa kürzlich ihre Pläne für eine Marinemission zum Schutz der wichtigen Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus vorgestellt und um Beiträge gebeten. Zwischenzeitlich hatte Großbritannien eine europäische Militärmission vorgeschlagen; davon ist nach dem Regierungswechsel in London keine Rede mehr.

Die Bundesregierung hat den USA keine Beteiligung in Aussischt gestellt. Sie setzt sich vielmehr für eine EU-Beobachtermission zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf ein. "Wir wollen eine europäische Mission", sagte Außenminister Heiko Maas bei einem Besuch im polnischen Slubice.

Es sei allerdings auch absehbar, dass es sicherlich noch Zeit in Anspruch nehmen wird, die EU davon zu überzeugen. Maas betonte, dass es der Bundesregierung um eine Beobachtermission gehe.

aev/asa/AFP/dpa

insgesamt 63 Beiträge
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claus7447 05.08.2019
1. Viel Spass ...
... man hat ja schon Erfahrung in der Kooperation mit USA - s. Irak. Aber auch eine EU Mission ist abzulehnen - es geht ausschließlich derzeit um einen Stellvertreterkonflikt den die USA und GB für S.A. betreiben - im Grunde genommen ein Religionskrieg.
Der Entsetzte 05.08.2019
2. Alles schon mal dagewesen
Das erinnert doch stark an den Irak-Krieg. Die Briten sind wieder der Appendix der Amerikaner und zündeln kräftig mit. Nichts gelernt kann man sagen.
gramoune.schmitt 05.08.2019
3. Gramoune
Die Britten haben zwar eine gute Marine, aber was können sie in Persien machen ? Nach einem Fehlanschlag in Gibraltar, bleiben sie "das kleine Hündchen" der Amerikaner, die, meiner Meinung nach, keinen groBen Vertrauen zu den Britten haben.
ambulans 05.08.2019
4. was
donald und boris - "the new dream team" - beim krieg-spielenwollen übersehen, zeigt, wie wenig geist da, nun ja, wohl zu finden ist: wenn seestraßen unsicher werden (egal, durch wen), steigen die chancen für andere transport-wege - z.b. (land-/seegebundene) pipelines, rein landgebundene verbindungen (also unsere gute alte bahn), usw. so ein szenario kennen wir z.b. als "neue seidenstraße" - und dann hat dieser sog. "zauber" ein für allemal und definitiv sein ende. tschüss, donnie, tschüss boris, ihr ... dr. ambulans (alle kassen)
RioTokio 05.08.2019
5.
Wir sind nicht dabei. Interessant wird es, wenn ein deutsches Schiff vom Iran entführt wird. Da auch die Marine kaum noch einsatzfähig ist, ist es besser so. Vor der libyschen Küste auf und ab fahren und auf Schlauchboote warten, ist schon die Grenze der Belastung. Keine Schiffe, kein Personal. Interessant wird es wenn wir mal die Amerikaner brauchen.
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