Straße von Hormus Iraner sollen britischen Tanker bedrängt haben

In der Straße von Hormus sollen iranische Militärschiffe versucht haben, einen britischen Öltanker zum Stoppen zu bringen. Erst als eine ebenfalls britische Fregatte mit Beschuss drohte, hätten sie abgelassen.
Britische Fregatte "Montrose": Warnung an iranische Boote

Britische Fregatte "Montrose": Warnung an iranische Boote

Foto: JOEL ROUSE/ BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / DPA

Die Straße von Hormus spielt im Konflikt zwischen den USA, deren westlichen Verbündeten und Iran eine entscheidende Rolle. Immer wieder kommt es in dem schmalen Wasserweg, der den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet, zu Zwischenfällen. Nun sollen iranische Militärschiffe versucht haben, an der Meerenge einen britischen Öltanker zu stoppen. Die britische Regierung bestätigte entsprechende US-Medienberichte.

"Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der 'British Heritage', in der Straße von Hormus zu behindern", teilte ein Sprecher der Regierung in London mit.

Die Iraner hätten das britische Schiff am Mittwoch aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und in iranischen Hoheitsgewässern zu stoppen, hatte zuvor der US-Nachrichtensender CNN  unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtet. Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldete den Zwischenfall und berief sich dabei auf namentlich nicht genannte US-Militärquellen.

Die britische Fregatte HMS "Montrose", die den Tanker eskortierte, habe daraufhin ihre Kanonen auf die iranischen Schiffe gerichtet und sie aufgefordert, sich zu entfernen. Dem seien die potenziellen Angreifer dann auch nachgekommen. Laut CNN wurde der Vorfall aus der Luft gefilmt, nach Angaben von Fox News durch ein US-Aufklärungsflugzeug.

"Sind über diese Aktion beunruhigt"

In der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: "Die "HMS Montrose" war gezwungen, sich zwischen die iranischen Boote und die "British Heritage" zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben." Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. "Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren" hieß es weiter.

Großbritannien hatte bereits im Vorfeld bestätigt, dass sich die "Montrose" in der Region befindet, um "maritime Sicherheitsaufgaben" wahrzunehmen. Die iranischen Revolutionsgarden wiesen nun alle Vorwürfe zurück. Das berichtete die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Fars.

Ein Sprecher des U.S. Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, die Fahrt des Tankers zu stören. Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium.

Vor einer Woche hatten die Behörden Gibraltars mithilfe der britischen Marine einen Supertanker mit iranischem Öl beschlagnahmt. Die "Grace 1" soll versucht haben, illegal Rohöl in das Bürgerkriegsland Syrien zu bringen. Der iranische Präsident Hassan Rohani drohte Großbritannien zuletzt am Mittwoch wegen der Festsetzung des Tankers mit "Konsequenzen".

Die schmale Meerenge von Hormus ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels: Durch die Seestraße zwischen Iran und Oman wird ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls befördert.

Inmitten der wachsenden Spannungen zwischen Teheran und Washington kam es in der Region zuletzt zu mehreren Zwischenfällen. Öltanker wurden angegriffen, wofür die USA Iran verantwortlich machten. Iran schoss zudem eine US-Drohne ab. Am Dienstag sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford, die USA wollten eine internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern in der Golfregion schmieden.

jok/kev/dpa/AFP/Reuters
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