Streik in Jugoslawien Armee besetzt Kohlegrube

Seit Sonnabend sind 7500 Kumpel im Kohlebergwerk Kolubara im Ausstand. Nun haben Polizei und Armee eingegriffen und das Gelände besetzt.


Der Protest gegen Milosevic geht unvermindert weiter
REUTERS

Der Protest gegen Milosevic geht unvermindert weiter

Belgrad - Starke Polizei-Einheiten mit Armee-Unterstützung haben das Kohlebergwerk Kolubara besetzt, um den Streik gegen Staatspräsident Slobodan Milosevic niederzuschlagen. Das meldet die unabhängige Nachrichtenagentur Beta. Wie Augenzeugen berichten, weigerten sich die Arbeiter, das Bergwerk zu verlassen. Streikführer Predrag Stefanovic rief laut Beta die Einwohner der umliegenden Ortschaften auf, den Kumpeln zu helfen.

Unterdessen hat auch die Opposition ihre Proteste gegen Milosevic fortgesetzt. Bei Massenkundgebungen in Kraljevo, Pozarevac und anderen Städten nahmen mehrere zehntausend Menschen teil. Die Opposition will mit ihrem Protest die Anerkennung des Wahlsieges ihres Präsidentschaftskandidaten Vojislav Kostunica durchsetzen.

Trotz der Drohung der Regierung, gegen Streikende strafrechtlich vorzugehen, wurden aus ganz Serbien Arbeitsniederlegungen gemeldet. Serbische Behörden erließen am Mittwoch Haftbefehle gegen zwei Führungsmitglieder der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) und gegen elf Gewerkschafter, die den Streik der Bergleute in der Kohlengrube Kolubara öffentlich unterstützt hatten.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.