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Territorialstreit: Medwedew in Iturup

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Territorialstreit mit Japan Russland weitet Ansprüche im Pazifik aus

Im Bemühen um Rohstoffvorkommen hat Russland die Grenze seines Festlandsockels in Richtung Japan verschoben. Premier Medwedew reiste zudem auf die Kurilen - für die Regierung in Tokio ein Affront.

Trotz des Territorialstreits mit Japan um die Inselkette der Kurilen im Pazifik hat Russland seine Gebietsansprüche in dem Seegebiet ausgeweitet. Mit einer Verordnung erweiterte Regierungschef Dmitrij Medwedew die Grenze des russischen Festlandsockels im Ochotskischen Meer und vergrößerte damit die von Moskau beanspruchte Fläche um rund 50.000 Quadratkilometer.

"Das bedeutet, dass wir unseren Festlandsockel bewirtschaften können", sagte Medwedew bei einem Besuch auf der Kurilen-Insel Iturup. "Und dort sind große Rohstoffvorkommen und große Energiequellen." Wie aus der im Internet veröffentlichten Verordnung  hervorgeht, beruft sich Russland bei der Grenzverschiebung auf das Uno-Seerechtsübereinkommen von 1982.

Der Kurilen-Archipel zwischen der russischen Kamtschatka-Halbinsel und der japanischen Insel Hokkaido fiel nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion und gehört heute zu Russland. Die Regierung in Tokio beansprucht seit Jahrzehnten den südlichen Teil der Inselgruppe.

Dazu gehört auch die Insel Iturup. Dass Medwedew dort nun zu Besuch war, sorgt für Ärger bei der Regierung in Tokio. Das japanische Außenministerium bestellte den russischen Botschafter in Tokio ein, um ihm sein Bedauern über die Reise zu mitzuteilen. Diese habe "die Gefühle der Japaner verletzt".

Zuletzt war Medwedew im Juli 2012 auf der Insel gewesen, schon damals hatte Japan protestiert. Bei seinem aktuellen Besuch inspizierte Medwedew einen Flughafen, der im vergangenen September eröffnet worden war. "Hier ist alles absolut modern. Das ist das Ergebnis unseres Programms zur Entwicklung der Kurilen", sagte Medwedew laut russischen Nachrichtenagenturen. Ausländische Investoren seien willkommen, "wenn es unsere japanischen Nachbarn sind, umso besser".

Zuletzt hatte Russland auch seine Gebietsansprüche in der rohstoffreichen Arktis ausgeweitet. Moskau spekuliert auf die Bodenschätze, in der Region werden riesige Öl- und Gasreserven vermutet. Erst vor wenigen Tagen schickte Russland Kriegsschiffe in die Arktis, um seine Forderung zu unterstreichen. Andere Anrainer wie die USA, Kanada, Dänemark und Norwegen beanspruchen ebenfalls einen Teil der Polarregion.

aar/dpa/AFP
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