US-Streit mit Nordkorea Chinas Xi ruft Trump zur Mäßigung auf

Schon bald wird ein US-Flugzeugträger vor Nordkorea erwartet. Chinas Staatschef Xi hat sich jetzt in den Streit zwischen Washington und Pjöngjang eingeschaltet. Er forderte Präsident Trump zur Zurückhaltung auf.
Flugzeugträger "USS Carl Vinson"

Flugzeugträger "USS Carl Vinson"

Foto: Kin Cheung/ AP

Chinas Staatschef Xi Jinping hat in einem Telefonat versucht, US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea zu bremsen. Xi habe Trump zur Mäßigung gedrängt, berichtete der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV über das Gespräch.

Er hoffe, "dass die beteiligten Parteien sich in Zurückhaltung üben und Handlungen vermeiden können, die die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel weiter verschärfen" könnten, sagte Xi demnach.

Trump und Xi (Archivaufnahme)

Trump und Xi (Archivaufnahme)

Foto: DPA

Zuletzt hatten die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang noch einmal zugenommen. Trump hat im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm mehrfach mit einem Alleingang gedroht. Es wird befürchtet, dass Nordkorea einen weiteren Atom- oder Raketentest anlässlich des 85. Jahrestags der Gründung seiner Armee an diesem Dienstag vornehmen könnte.

Ende des Monats wird außerdem ein Flottenverband um den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" vor der Koreanischen Halbinsel erwartet. Die Verlegung der Gruppe wurde als Demonstration militärischer Stärke gewertet. Trump hatte dem TV-Sender Fox mit Blick auf Nordkorea gesagt: "Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig."

Um Abfahrtszeitpunkt, Kurs und Ziel des Flottenverbands hatte es jedoch Verwirrung gegeben. Der US-Regierung wurden irreführende Aussagen vorgeworfen, da die von Singapur kommenden Schiffe - entgegen der Darstellung des Weißen Hauses - zunächst nicht auf direktem Wege gen Korea steuerten, sondern erst für eine Militärübung vor der Nordwestküste Australiens haltmachten.

Das Weiße Haus teilte dann mit, eine Pannenserie habe zu der falschen Meldung geführt: Zuerst verkündete das Pazifikkommando der Vereinigten Staaten (United States Pacific Command) voreilig die Entsendung. Dann habe Verteidigungsminister Jim Mattis eine fehlerhafte Erklärung dazu abgegeben.

als/Reuters/AFP