Streit über Atomwaffen Nordkorea droht den Amerikanern

Von einer Aussöhnung im Streit über Atomwaffen sind Nordkorea und die USA offensichtlich doch weit entfernt. Die Regierung in Pjöngjang droht Washington jetzt sogar mit Gegenmaßnahmen, ohne diese näher zu definieren.


Seoul - Wenn die USA weiter Druck auf Nordkorea ausübten und das Land mit Gewalt erstickten, müsse Nordkorea zu härteren Gegenmaßnahmen greifen, hieß es in einem Bericht der Parteizeitung "Rodong Sinmun", der von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. Worin diese Maßnahmen bestehen würden, ließ der Bericht offen.

Am Vortag hatte sich Nordkorea zu einem Dialog mit den USA über Atomwaffen bereit erklärt. Die USA zeigten sich skeptisch, da das Vertrauensverhältnis zwischen beiden Staaten gestört sei. Nach US-Angaben betreibt Nordkorea ein geheimes Atomwaffenprogramm.

Der einzige Ausweg für die USA sei es, auf Versöhnung und Frieden zu setzen, hieß es in dem Bericht weiter. Der nordkoreanische Parlamentspräsident Kim Jong Nam hatte am Montag in Pjöngjang bei einem Treffen mit Südkoreas Vereinigungsminister Jeong Se Huyn seine Gesprächsbereitschaft mit den USA signalisiert. Voraussetzung sei, dass die USA ihre feindliche Politik gegenüber dem kommunistischen Land aufgäben. Zu der US-Darstellung, Nordkorea betreibe ein geheimes Atomwaffenprogramm, hat das Land bislang nicht öffentlich Stellung genommen.

"Wir haben nur eine sehr geringe Basis für Vertrauen in Nordkorea, eine sehr geringe Basis für Zuversicht, dass ein weiterer Dialog zu einer Lösung führt", sagte der US-Botschafter in Südkorea, Thomas Hubbard, in Seoul. Er bekräftigte, dass die USA an einer friedlichen Lösung des Problems interessiert seien. "Wir hoffen, dass konzertierte diplomatische Bemühungen - basierend auf der Zusammenarbeit von Freunden, Verbündeten und interessierten Parteien - Nordkorea überzeugen können, das neue Programm aufzugeben", sagte Hubbard.



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