Streit über britische Flagge Erneut schwere Krawalle in Belfast

Polizisten wurden mit Absperrgittern, Feuerwerkskörpern und Steinen attackiert: Im nordirischen Belfast ist es in der vierten Nacht in Folge zu Krawallen gekommen. Auslöser der Proteste ist die Entscheidung, die britische Flagge nicht mehr ständig auf dem Rathaus der Hauptstadt wehen zu lassen.


Belfast - In Nordirlands Hauptstadt Belfast hat es die vierte Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. Eine Menschenmenge attackierte am späten Sonntagabend im Osten der Stadt Polizisten mit Absperrgittern, Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen. Auch ein Auto wurde in Brand gesteckt. Unruhen wurden ebenfalls aus verschiedenen Gegenden der Stadt gemeldet.

Die Proteste von pro-britischen Extremisten richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtverwaltung von Belfast, die britische Flagge nur noch an wenigen Tagen im Jahr auf öffentlichen Gebäuden wehen zu lassen. Die Unionisten befürchten eine Loslösung Nordirlands von Großbritannien.

Das ganze Wochenende über war es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. 52 Polizisten wurden verletzt, 70 mutmaßliche Randalierer festgenommen, wie Nordirlands Polizeichef Matt Baggott mitteilte. Gegen 47 Festgenommene seien bereits Strafverfahren eröffnet worden.

Baggott kündigte ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten an, die Gewalt anwendeten. "Sie können sicher sein, dass es genügend Ressourcen gibt für den Fall weiterer Unruhen", sagte er. Die Polizei stehe bereit, so lange dies notwendig sei.

Kurz vor Beginn der erneuten Ausschreitungen hatten Politiker und Kirchenvertreter darüber beraten, wie die jüngsten Unruhen beendet werden könnten. Robin Newton von der Democratic Unionist Party (DUP) erklärte jedoch, angesichts des mangelnden Engagements der Protestveranstalter sei nicht mit einem baldigen Ende zu rechnen. "Wir müssen einen Weg finden, um da raus zu kommen, aber wie wir das machen, weiß ich nicht", räumte Newton ein.

als/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 27 Beiträge
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fatherted98 07.01.2013
1. Hm....
...ich hab nie verstehen können warum man als katholischer Ire nicht einfach die Koffer packt und 50 km weiter in den Süden zieht....da hat man keinen Streß mehr mit den Protestanten und keinen Krieg, keine Unruhen, keine Provokationen, keinen Terror, lebt in Frieden und kann sich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren....und muss noch nicht mal Land, Kultur und Sprache hinter sich lassen...mir echt unverständlich.
BettyWuth 07.01.2013
2. Denkwürdiger Streit in Europa
Es ist wahrlich ein denkwürdiger Streit, nachdem wir in der EU längst die blaugoldene Europaflagge unser Eigen nennen dürfen. Dagegen haben die ehemaligen Nationalflaggen eine verschwindende Bedeutung, der aber von Ort zu Ort sichtlich noch zu viel beigemessen wird... ein Zeichen mehr dafür, dass noch nicht alle EU-Bürger auch in der EU angekommen sind!
Federal-States-Of-Europe 07.01.2013
3. Kleinbürgerlichkeit
Zitat von BettyWuthEs ist wahrlich ein denkwürdiger Streit, nachdem wir in der EU längst die blaugoldene Europaflagge unser Eigen nennen dürfen. Dagegen haben die ehemaligen Nationalflaggen eine verschwindende Bedeutung, der aber von Ort zu Ort sichtlich noch zu viel beigemessen wird... ein Zeichen mehr dafür, dass noch nicht alle EU-Bürger auch in der EU angekommen sind!
Ich gebe Ihnen völlig recht. Dennoch: Das nationalistisch-kleinbürgerliche Denken in Europa wird man ohne eine gründliche Aufklärungsarbeit nicht so schnell beseitigen können. Was aus solchen, eigentlich unzumutbaren Zuständen, entstehen kann, hat selbst Deutschland durch den "Nationalsozialistischen Untergrund" kennengelernt. Gott bewahre uns vor einer Europa weiten nationalistischen Epidemie...
fritzlothar 07.01.2013
4. Wieso...
...nennt man den Terrorismus, der von Muslimen begangen wird "Islamischen Terrorismus" und warum nennt man den Terrorismus, der von Christen begangen wird nicht analog "Christlichen Terrorismus"?
sexobjekt 07.01.2013
5.
Zitat von BettyWuthEs ist wahrlich ein denkwürdiger Streit, nachdem wir in der EU längst die blaugoldene Europaflagge unser Eigen nennen dürfen. Dagegen haben die ehemaligen Nationalflaggen eine verschwindende Bedeutung, der aber von Ort zu Ort sichtlich noch zu viel beigemessen wird... ein Zeichen mehr dafür, dass noch nicht alle EU-Bürger auch in der EU angekommen sind!
nicht die EU-Bürger sind nicht in der EU angekommen sondern die EU ist noch lange nicht bei IHREN Bürgern angekommen.
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