Streit über Drohnenkrieg USA versprechen Pakistan Millionen für Anti-Terror-Kampf

Die Beziehungen zwischen Washington und Islamabad sind angespannt, umstritten sind vor allem die US-Drohnenangriffe. Nun wirbt Außenminister Kerry um Vertrauen und stellt neue Hilfen im Kampf gegen den Terror in Aussicht. Pro Jahr sollen 300 Millionen Dollar fließen.

US-Außenminister Kerry mit Pakistans Premier Sharif: "Die Beziehungen zu Pakistan sind äußerst wichtig"
AP

US-Außenminister Kerry mit Pakistans Premier Sharif: "Die Beziehungen zu Pakistan sind äußerst wichtig"


Washington - Bei seinem Besuch in Washington ist der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif mit warmen Worten empfangen worden. US-Außenminister John Kerry betonte, das Verhältnis beider Länder sei "äußerst wichtig". Bei Worten blieb es jedoch nicht: Die amerikanische Regierung betonte, dass Millionenhilfen für Pakistan künftig wieder fließen werden.

Es geht um Zahlungen von jährlich 300 Millionen Dollar für den Anti-Terror-Kampf, umgerechnet etwa 219 Millionen Euro. Das amerikanische Außenministerium habe den Kongress um Zustimmung dafür ersucht, so eine Sprecherin gegenüber der Agentur AFP.

Die Hilfen sollen wohl auch dazu dienen, das angespannte Verhältnis zwischen den USA und Pakistan zu verbessern. Vor allem die Tötung von Qaida-Chef Osama Bin Laden durch ein US-Spezialkommando in Pakistan im Mai 2011 sorgte für Verstimmung in Islamabad. Die US-Sicherheitshilfe wurde damals eingestellt.

Dauerstreitthema sind zudem die US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan. Auch die Vereinten Nationen machen deswegen Druck auf die Regierung in Washington. Pakistanische Behörden berichteten der Uno demnach, dass es in ihrem Land seit 2004 mindestens 330 Drohnenangriffe gegeben habe. Dabei seien etwa 2200 Menschen getötet und 600 schwer verletzt worden. Mindestens 400 der Todesopfer sollen Zivilisten gewesen sein, weitere 200 müssten als "Nichtkämpfer" betrachtet werden.

Drohnen sind unbemannte Flugzeuge, die tagelang in der Luft bleiben können. Sie folgen entweder einem programmierten Kurs oder werden von einer Bodenstation gesteuert, die Tausende Kilometer weg sein kann. Sie dienen nicht nur der Aufklärung, sondern können mit Luft-Boden-Raketen auch Ziele angreifen. Gesteuert werden diese Angriffe von einem Waffensystemoffizier in der Kontrollstation.

Pakistans Ministerpräsident will die Angriffe bei seinem US-Besuch thematisieren. Seit seinem Amtsantritt im Mai bemüht er sich um eine Verbesserung der Beziehungen zu Washington. Am Mittwoch ist ein Treffen mit Präsident Barack Obama geplant.

kgp/dpa/AFP

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britneyspierss 21.10.2013
1. Brutstätte des Terrorismus
Pakistan ist der Hord des Terrorismus.Gestützt von der ISI und toleriert von weiten teilen der armen Bevölkerung. Meiner Meinung nach sollte der internationale Druck auf das Land erhöht werden,seine Atombomben verschrottet werden.
Horstino 21.10.2013
2.
Warum gibt es die Proteste eigentlich nur gegen die USA? Wo sind die Proteste gegen die Pakistanische Armee oder die Pakistanischen Taliban, die deutlich mehr Zivilisten töten? Wo sind in Afghanistan die Demonstrationen gegen die Taliban die für ca. 80 % die zivilen Opfer verantwortlich sind? Wo sind im Irak die Demonstationen gegen sunnitische und schiitische Milizen die für ca. 90 % der zivilen Toten verantwortlich sind. In islamischen Ländern schiebt man die Schuld gerne erstmal den bösen Ungläubigen zu. Die Afghanen haben schon mal behauptet, die Taliban wären ein Geschöpf der Inder. Die Pakistaner beschuldigen Israel den Terror zu schüren, dass von Pakistan gar nix will usw. Und das kultivieren die Herrscher vor Ort natürlich. Schließlich lenkt der Sündenbock von außen auf das Versagen und die Korruption im Inneren ab. Aber man sollte sich dessen bewusst sein.
mort123 21.10.2013
3.
ich dachte immer wenn man kein Geld hat kann man auch keines ausgeben
relativity 21.10.2013
4. Prioritäten
Dafür ist scheinbar immer Geld da. Nur nicht um die Nationalparks zu betreiben. Auch soziale Leistungen wie Krankenversicherung für alle sind ja heftig umstritten. Doch für Mord und Totschlag finden sich immer noch ein paar Dollar. Man muss halt Prioritäten setzen.
Bernhard.R 21.10.2013
5. Was ist das für eine Hilfe?
Traktoren, hochwertiges Saatgut, Straßenbau, Kleinkredite für Handwerker, medizinische Hilfe. Das entzieht dem Terrorismus die Unterstützung. Oder ein Rahmenbudget zum Einkauf von Waffen in den USA? Deren Einsatz gegen Terroristen mit Kollateralschäden läßt die nächste Kämpfer-Generation heranwachsen.
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