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05. September 2011, 15:02 Uhr

Streit über Gaza-Flotte

Israelis und Türken schikanieren sich an Flughäfen

Seit Tagen verschärfen sich Spannungen zwischen Ankara und Jerusalem wegen des Militäreinsatzes gegen die Gaza-Hilfsflotte. Jetzt beklagen sich Reisende beider Länder über Schikanen am Flughafen - es geht um Leibesvisitationen und entzogene Pässe.

Istanbul/Tel Aviv - Die Spannungen zwischen Israel und der Türkei haben nun offenbar auch Auswirkungen auf Reisende: Bürger beider Staaten haben über Schikanen an Flughäfen in Tel Aviv und Istanbul geklagt. Rund 40 israelische Flugpassagiere sind am Montag nach Angaben des Außenministeriums bei der Ankunft in Istanbul länger festgehalten worden.

Die Passagiere seien ohne Angabe von Gründen in einen Seitenraum geführt worden. Dort habe man ihnen die Pässe abgenommen. Nach etwa eineinhalb Stunden habe man sie gehen lassen und ihnen die Ausweise zurückgegeben, sagte ein Sprecher des Außenamts.

Zuvor hatten sich türkische Touristen über die Behandlung bei der Ausreise am Flughafen Tel Aviv beklagt. Bei der Abreise nach einem Besuch in Jerusalem zum Ende des Fastenmonats Ramadan habe die israelische Polizei die Türken lange befragt und mehrfach das Gepäck durchsucht, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Agentur zitierte einen türkischen Touristen mit den Worten: "Dann wurden wir untersucht. Wir mussten uns komplett ausziehen. Die Frauen suchten sie in einem speziellen Raum ab." Wegen der Durchsuchungen sei das Flugzeug verspätet nach Antalya gestartet.

Die seit langem schwelende Krise zwischen Israel und seinem ehemaligen Bündnispartner, der Türkei, war Ende vergangener Woche eskaliert. Die Türkei hatte am Freitag den israelischen Botschafter ausgewiesen und ein Militärabkommen mit Israel auf Eis gelegt.

Auslöser war ein Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen über die blutige Erstürmung eines Schiffes der Hilfsflotte für den Gazastreifen. Dabei hatten israelische Elitesoldaten am 31. Mai 2010 neun pro-palästinensische türkische Aktivisten getötet. Israel sprach von Selbstverteidigung und weigert sich, sich für den Angriff zu entschuldigen.

fab/AFP/dpa

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