Streit um Anschlag Pakistans Grenzschützer nehmen mehrere Iraner fest

Pakistanische Sicherheitskräfte haben im Grenzgebiet elf Iraner festgenommen. Ob es sich, wie zunächst angegeben, um Mitglieder der Revolutionsgarden handelt, ist noch unklar. Deren Chef hatte bereits angekündigt, im Nachbarland ermitteln zu wollen.


Quetta - Pakistanische Sicherheitskräfte haben elf Iraner wegen unerlaubten Grenzübertritts festgenommen. Die Iraner seien aus dem Nachbarland in zwei Fahrzeugen illegal über die Grenze gekommen, sagte ein Vertreter des Innenministeriums der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan am Montag. Sie würden nun befragt. Das Außenministerium sei eingeschaltet worden.

Ein Beamter der Grenzpolizei, der anonym bleiben wollte, sagte, es handele sich bei den Festgenommenen zumindest zum Teil um Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden. Die übrigen seien iranische Grenzschützer.

Nach einem schweren Anschlag auf die Revolutionsgarden im Süden Irans vor gut einer Woche hatte Teheran erklärt, die Attentäter seien aus Pakistan gekommen und seien vom pakistanischen Geheimdienst unterstützt worden. Ein Sprecher der Revolutionsgarden hatte daraufhin Zugang seiner Männer auf pakistanisches Staatsgebiet gefordert, um die Täter dort zu jagen.

Nach Angaben des Ministeriumsvertreters suchen iranische Sicherheitskräfte seit Tagen entlang der Grenze zu Pakistan nach Verdächtigen. Der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Dschafari, forderte Pakistan am Montag erneut auf, den Chef der sunnitischen Rebellengruppe Dschundallah, die sich zu dem Anschlag bekannt hatte, auszuliefern. Islamabad müsse mit Teheran zusammenarbeiten und Abdolmalik Rigi überstellen, erklärte Dschafari.

Einen offiziellen Einsatz iranischer Sicherheitskräfte auf pakistanischem Gebiet dementierte Teheran allerdings heftig. Die Personen, die gefasst worden sind, seien Grenzschützer auf der Jagd nach Treibstoffschmugglern gewesen, berichtete der Fernsehsender Press TV unter Berufung auf gut informierte Quellen. Die Iraner hätten aus Versehen die Grenze überquert.

ffr/AFP/AP/Reuters

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paparatzi, 27.08.2009
1.
Zitat von sysopNach den Wahlen und den innenpolitischen Unruhen sind die Gegensätze zwischen Regierung und Opposition in Iran keineswegs ausgeglichen. Wie sieht die Zukunft des Landes aus?
Ohne Kristallkugel reine Spekulation. Das Durchwurschteln des Systems kann noch Jahre andauern - hier und da Zugeständnisse, dann wieder Härte zeigend - die Protestbewegung ist da und wird bei jeder passenden Gelegenheit auf sich aufmerksam machen. Ein Barometer wird wohl der Ausgang des Schauprozeß sein.
mbockstette 27.08.2009
2. Chamenei weist Vorwürfe gegen das Ausland zurück
Zitat von sysopNach den Wahlen und den innenpolitischen Unruhen sind die Gegensätze zwischen Regierung und Opposition in Iran keineswegs ausgeglichen. Wie sieht die Zukunft des Landes aus?
"Bislang hieß es in Iran, fremde Mächte steckten hinter den Protesten gegen Präsident Ahmadinedschad. Von dieser Position weicht Ajatollah Ali Chamenei nun ab. Der geistliche Führer des Landes sieht keine Anzeichen für Aktivitäten des Auslands - und droht den Bassidsch-Milizen mit Strafverfolgung". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,645206,00.html
BillBrook 27.08.2009
3.
Zitat von paparatziOhne Kristallkugel reine Spekulation. Das Durchwurschteln des Systems kann noch Jahre andauern - hier und da Zugeständnisse, dann wieder Härte zeigend - die Protestbewegung ist da und wird bei jeder passenden Gelegenheit auf sich aufmerksam machen. Ein Barometer wird wohl der Ausgang des Schauprozeß sein.
Aber wie sollen da jemals wieder irgendwelche Wahlen stattfinden?
Leto_II., 27.08.2009
4.
Zitat von sysopNach den Wahlen und den innenpolitischen Unruhen sind die Gegensätze zwischen Regierung und Opposition in Iran keineswegs ausgeglichen. Wie sieht die Zukunft des Landes aus?
Die Gegensätze scheinen ja auch zwischen Regierung und Staatsführung zu bestehen. Ahmadinedschad hat von seinem Chef eine Ohrfeige kassiert, innen- und aussenpolitisch: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,645206,00.html Wollen die beiden sich schon gegenseitig demontieren?
Leto_II., 27.08.2009
5.
Vielleicht wird ihm Ahmadinedschad zu mächtig oder er will den Klerus beruhigen. Rafsanjani hat erst kürzlich Chamenei den Rücken gestärkt und diese demontiert nun Ahmadinedschad.
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