Streit um Anti-Terror-Kampf Pakistan weist US-Vorwürfe scharf zurück

Die Reaktion aus Islambad fiel ungewöhnlich scharf aus: Die Vorwürfe des US-Verteidigungsministers Leon Panetta, wonach das Land Extremisten Unterschlupf gewähre, seien "fehl am Platze". Eine Ende im Dauerzwist zwischen den USA und Pakistan ist nicht in Sicht.
Us-Verteidigungsminister Panetta (Mitte): "Wir sind am Ende unserer Geduld"

Us-Verteidigungsminister Panetta (Mitte): "Wir sind am Ende unserer Geduld"

Foto: Pool/ Getty Images

Islamabad - Eine Reaktion aus Pakistan war zu erwarten, jetzt ist sie ungewöhnlich scharf ausgefallen. "Wir glauben, dass der US-Verteidigungsminister einige der sehr komplexen Fragen mit denen wir im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus zu tun haben, zu sehr vereinfacht", sagte der pakistanische Außenminister am Samstag in Islamabad.

Pentagon-Chef Leon Panetta hatte die pakistanische Regierung am Donnerstag in ungewöhnlich deutlichen Worten dazu aufgefordert, ihr Verhalten im Kampf gegen den Terror zu überdenken. "Wir machen es ganz klar: Wir sind am Ende unserer Geduld", sagte der Verteidigungsminister bei einem Überraschungsbesuch in Afghanistan. Es sei äußerst schwierig, in Afghanistan sichere Verhältnisse zu schaffen, wenn der Nachbar Pakistan immer wieder Terroristen Unterschlupf böte.

Im Grenzgebiet beider Länder vermuten die USA Verstecke der Taliban - die offenbar von den pakistanischen Behörden geduldet würden. "Es ist sehr wichtig, dass Pakistan jetzt die richtigen Schritte einleitet", so Panetta.

Die diplomatische Antwort aus Islamabad fiel ebenso deutlich aus: "Wir glauben, dass solche Äußerungen hier fehl am Platz sind und wenig hilfreich dabei, Frieden und Stabilität in die Region zu bringen." Es ist die Reaktion auf einen seit langem schwelenden Streit zwischen den Regierungen in Washington und Islamabad - die USA verlangen von Pakistan eine stärkere Rolle und eine klarere Position im Anti-Terror-Kampf.

So verlangen die USA von Pakistan das extremistische Haqqani-Netzwerk härter zu verfolgen. Der Gruppe werden Verbindungen zu afghanischen Taliban und al-Qaida nachgesagt und sie gilt als Urheberin einiger der tödlichsten Angriffe auf westliche Truppen in Afghanistan. "Pakistan hat mehrfach gesagt, dass es nicht zulassen wird, dass sein Gebiet für Angriffe auf irgendein anderes Land genutzt wird. Auch wird die Regierung keine sicheren Häfen für Terroristen dulden, sagte der Außenminister. Allerdings werde Islamabad nach "eigenem Zeitplan" und eigener Strategie vorgehen.

nck/Reuters