Streit um Atomprogramm Iran will alle offenen Fragen binnen vier Wochen klären

Es gibt eine Einigung mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA: Iran hat die Klärung aller noch offenen Fragen zu seinem Nuklearprogramm innerhalb von vier Wochen angekündigt. US-Präsident Bush bezeichnete das Land erneut als "Bedrohung für alle Länder der Welt".


Wien/Abu Dhabi - In seiner Rede am heutigen Sonntag ließ der US-Präsident kein gutes Haar an der Teheraner Führung. Iran sei eine "Bedrohung für alle Länder der Welt", sagte er in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Er warf dem Golfstaat vor, "seine Nachbarn mit Raketen und kriegerischen Reden einzuschüchtern".

George W. Bush hatte seine Rede gerade beendet, als eine Nachricht aus Wien eintraf: Iran will demnach alle noch offenen Fragen zu seinem Atomprogramm klären - und zwar innerhalb der kommenden vier Wochen. Eine entsprechende Vereinbarung sei bei einem Besuch des Generaldirektors der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, in Teheran vereinbart worden, teilte die IAEA mit. Während der Reise ElBaradeis am Freitag und Samstag habe es weitere vertrauensbildende Maßnahmen gegeben, auch seien Fortschritte im vereinbarten Arbeitsplan zum Atomprogramm erzielt worden, hieß es.

ElBaradei war unter anderem mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und dem geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei zusammengetroffen. In den Gesprächen sei es auch um die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen im Land, sowie um die Schaffung weiterer vom Weltsicherheitsrat geforderter vertrauensbildender Maßnahmen gegangen. "Iran ist bereit, alle Unklarheiten bis zum März zu beseitigen", sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Sonntag in Teheran.

George W. Bush hatte sich in seiner Rede in Abu Dhabi auch direkt an das iranische Volk gewandt. Er lobte Begabung und Kultur der Iraner, die von der Regierung des Golfstaates nicht respektiert würden. "Ihr habt das Recht, unter einer Regierung zu leben, die Eure Wünsche hört, eure Begabungen respektiert und Euch ermöglicht, für Eure Familien ein besseres Leben aufzubauen", rief Bush dem iranischen Volk zu.

Der Tag werde kommen, an dem "das iranische Volk eine Regierung hat, die sich zu Freiheit und Gerechtigkeit bekennt", sagte Bush. "Wenn dieser gute Tag kommt, dann werdet Ihr keinen besseren Freund haben als die Vereinigten Staaten von Amerika." Bush hatte im Rahmen seiner Nahost-Reise zuvor Israel, Kuweit und Bahrein besucht und wurde am Montag in Saudi-Arabien erwartet.

hda/AFP/dpa



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