Streit um Buttiglione EU-Sozialdemokraten drohen Barroso

Im Streit um den designierten italienischen EU-Kommissar Buttiglione haben die Sozialdemokraten im Europaparlament eine Gangart zugelegt: Sie drohen mit der Ablehnung der gesamten neuen Kommission.


Martin Schulz: Der Deutsche ist Fraktionschef der Europäischen Sozialdemokraten
AP

Martin Schulz: Der Deutsche ist Fraktionschef der Europäischen Sozialdemokraten

Brüssel - Er werde einen solchen Schritt empfehlen, falls Rocco Buttiglione Kandidat für das Innen- und Justizressort bleibe, sagte Fraktionschef Martin Schulz heute. Der Italiener habe insgesamt sehr problematische Vorstellungen, kritisierte Schulz.

Der mit seinen Ansichten über Homosexualität in die Kritik geratene Buttiglione hat seine Kandidatur dagegen heute erneut verteidigt. Zugleich deutete der italienische Europaminister aber an, dass er auf das Amt verzichten könnte. "Es wäre ohne Zweifel besser für das Europäische Parlament und für Europa, einen Mann des Gewissens zu haben, aber sollte ich diskriminiert werden, weil ich Katholik bin, dann ziehe ich es vor, Katholik zu bleiben", sagte Buttiglione der britischen BBC.

Rocco Buttiglione: "Ziehe es vor, Katholik zu bleiben"
DPA

Rocco Buttiglione: "Ziehe es vor, Katholik zu bleiben"

Die Entscheidung liege nun beim Europaparlament und beim designierten Kommissionspräsidenten. Buttiglione war Anfang der Woche bei einer Mehrheit der zuständigen Ausschüsse des Europäischen Parlaments auf Ablehnung gestoßen. Er hatte in seiner Anhörung vergangene Woche erklärt, als Katholik halte er Homosexualität für eine Sünde, würde als überzeugter Europäer die Rechte von Schwulen und Lesben aber verteidigen.



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