Streit um Nuklearprogramm Iran droht mit Austritt aus Atomwaffensperrvertrag
Teheran/Wien - Um seine "technischen Errungenschafen" zu sichern, könne Iran sich gezwungen sehen, die Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag aufzukündigen und die Uran-Anreicherung wieder aufzunehmen, sagte Laridschani vor Journalisten in Teheran. Der iranische Unterhändler bezog sich damit offenbar auf einen Resolutionsentwurf des europäischen Verhandlungstrios aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, in dem Teheran vorgeworfen wird, seine internationalen Verpflichtungen gebrochen zu haben.
Die Regierung in Teheran habe "vielfach" die Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag gebrochen, heißt es im Entwurf einer Resolution für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), der von dem EU-Trio erarbeitet wurde, der der Nachrichtenagentur AFP als Kopie vorlag. Im Umgang mit der IAEA habe Iran sich "umfangreiches Verschweigen, irreführende Informationen und Fristverletzungen beim Zugang zu Atommaterial und -anlagen" zu Schulden kommen lassen. Nach monatelangem diplomatischem Tauziehen entschloss das EU-Trio sich, den Atomstreit mit Iran vor den Uno-Sicherheitsrat zu tragen. Zuvor müsste die IAEA eine entsprechende Resolution verabschieden.
Iran drohte auch mit einem Zudrehen des Öl-Hahns. Einige Länder, die mit Iran wirtschaftlichen Handel betrieben, "vor allem im Bereich Erdöl", hätten die Regierung in Teheran im Atomstreit "bislang nicht verteidigt", sagte Laridschani. Ohne Namen zu nennen, drohte er diesen Ländern damit, zwischen beiden Fragen einen Zusammenhang herzustellen. Wer die nationalen Rechte Irans verteidige, erleichtere auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit, fügte Laridschani hinzu.