Streit um Terrorbekämpfung Eklat im Uno-Sicherheitsrat

Während einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats in New York ist es zu einem Eklat gekommen. Syrische, iranische und israelische Diplomaten gerieten über die Bekämpfung des Terrorismus in Streit.


New York - Der israelische Uno-Botschafter Dan Gillerman beschrieb Iran und Syrien als Teil einer "Achse des Terrors". Iran sei "einer der größten staatlichen Sponsoren des Terrorismus und die größte Bedrohung für den internationalen Frieden", sagte Gillerman gestern Abend in New York.

Der syrische Diplomat Ahmed Alhariri entgegnete, Syrien stehe im Kampf gegen den Terrorismus an vorderster Front. Er forderte den Sicherheitsrat auf, eine Doppelmoral in der Terrorismusbekämpfung zu verhindern. "Allen ist bewusst, dass die Quelle des Terrorismus in der Region in der anhaltenden Besatzung arabischen Territoriums liegt", erklärte Alhariri. Er kritisierte, dass Gillerman in seiner Rede Syrien und Iran scharf angegriffen habe, das israelische Atomprogramm aber nicht erwähnt habe. Er empfahl, die Charter der Vereinten Nationen zu lesen. "Wenn sie nicht lesen können, sollten sie nicht hier bei den Vereinten Nationen sein", sagte Alhariri.

Der iranische Diplomat Ahmad Sadeghi warf Israel vor, es werde von Kriegsverbrechern regiert. Die Uno müssten Israel drängen, seine Atomanlagen für internationale Inspektionen zu öffnen, genauso wie es mit Iran geschehe. Gillerman entgegnete, er freue sich, von zwei der größten Experten auf diesem Gebiet eine Lektion über den internationalen Terrorismus erhalten zu haben. Bei dem Treffen sollten eigentlich die Fortschritte bei der Terrorismusbekämpfung analysiert werden.

lan/AP



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