Flut in Texas Trump besucht Katastrophengebiet

US-Präsident Trump ist in Texas gelandet, um sich über die Flut nach dem Wirbelsturm Harvey zu informieren. Er verspricht schnelle Hilfe, trotzdem gibt es Kritik.

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Der Regen, den der Wirbelsturm Harvey in riesigen Mengen an die Küste von Texas brachte, fällt weiter. Die viertgrößte US-Stadt Houston ist überflutet, das Ausmaß der Naturkatastrophe wird an Tag vier erst nach und nach sichtbar.

Von der unübersichtlichen Lage im Südosten der USA versucht sich US-Präsident Donald Trump nun ein Bild zu machen. Am Dienstagmittag Ortszeit landete er mit der First Lady Melania im texanischen Corpus Christi, rund 300 Kilometer südwestlich des Katastrophengebiets von Houston.

Trump will zeigen: Der Staatschef ist da, er kümmert sich. Über den Sturm und das Ausmaß der Flut sagte der Präsident in Corpus Christi, sie hätten "epische Ausmaße". Die US-Behörden würden mit der Katastrophe aber "besser umgehen als jemals zuvor". Zuvor hatte Trump sich ähnlich geäußert. Die Flut sei "historisch" und "episch", aber die Menschen würden "sehr, sehr schnell bekommen, was sie brauchen".

"Es geht darum, Leben zu retten"

Der Leiter der US-Katastrophenbehörde Fema, Brock Long, sagte bei einem Gespräch mit dem Präsidenten, das live im Fernsehen übertragen wurde, es gehe noch immer darum "Leben zu retten". Der Wiederaufbau werde "lange dauern" und "frustrierend" sein, aber er sei optimistisch, dass Bundes- und Landesbehörden die Lage in den Griff bekämen. Und er ergänzte: "Die Situation ist noch nicht vorbei."

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Donald Trump in Texas: Der "epische", "historische" Sturm

Für US-Präsidenten gehört es zum Pflichtprogramm, Katastrophengebiete nach schweren Sturmfluten zu besuchen. Umstritten ist im Fall Trumps allerdings der Zeitpunkt - auf dem Höhepunkt des Unglücks.

Trump hatte schon zuvor mehrmals schnelle Hilfe und einen Wiederaufbau der Stadt und der zerstörten Gebiete angekündigt. Neun Tote sind bislang zu beklagen, 30.000 Einwohner der viertgrößten US-Stadt Houston mussten ihre Häuser verlassen, 450.000 sind auf Hilfe angewiesen.

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Erste Schätzungen gehen von Schäden von mindestens 40 Milliarden Dollar aus. In weiten Teilen der Innenstadt von Houston kommen Helfer und Flüchtende nur watend oder mit Booten vorwärts. Rückhaltebecken für Abwässer sind überfüllt, die lokalen Behörden empfahlen, anliegende Viertel zu räumen, weil die Becken nach und nach geöffnet werden müssten.

Sorge macht den Texanern außerdem die Route des Sturms. Harvey, der schwerste Sturm seit 13 Jahren, ist nach der Verwüstung in Houston nun wieder aufs offenen Meer gezogen. Einige Prognosen zeigen aber an, dass er erneut auf das Festland treffen könnte - dann einige hundert Kilometer weiter östlich von Houston, aber wieder über dicht besiedeltem Gebiet.

cht/Reuters/AP

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Skyscanner 29.08.2017
1. Trotzdem gibt es Kritik für Trump.
Hätte mich auch gewundert wenn es von der Bilderberger Presse nicht gegeben hätte. Atmet Trump aus gibt es Kritik, atmet er aus gibt es Kritik, langsam wird es langweilig bzw. die andauernde Trump Bashing ist sehr ermüdend.
janne2109 29.08.2017
2.
paßt doch, wer hat etwas anderes erwartet als fotogen heraus geputzt , by the way - hat mrs. trump gedacht man erkennt sie nicht und sich deshalb dieses dämliche Flotus auf die Kappe sticken lassen, sie sind und sie bleiben beide peinlich
palef 29.08.2017
3. ...wichtig bei Posts fände ich..
...ein wenig Verständlichkeit (IE Skyscanner). Trump ist anstrengend genug!...
fli_wa_tüt 29.08.2017
4. @Nr1 Skyscanner
Die Kritik ist berechtigt! Zurzeit kämpfen alle Einsatzkräfte und die Zivilbevölkerung darum,, dass es keine weiteren Toten gibt. Wenn Trump kommt, muss Personal für seinen Schutz abgestellt werden, das dann im Einsatzgebiet fehlt. Außerdem hat Trump schon letztes Jahr bei der Flut in Louisiana das Ganze nur als Photo Op benutzt. Ist da, entgegen des ausdrücklichen wünschen des governors, mit nem LKW voll Play Doh Knete eingefahren, hat für 15 min Fotos machen lassen, hat Obama verurteilt, weil er sich an die Wünsche des governors gehalten hat und nicht gekommen ist und ist abgedampft. Die von Trump versprochene Spende ließ SEHR lange auf sich warten und wurde erst nach massiver öffentlicher Kritik überwiesen. Außerdem meinte Trump, als gefragt wurde, ob er etwas zu den Leuten im betroffenen Gebiet sagen wolle, nur lapidar 'good luck'. Das ist nicht die Rückversicherung, auf die Amerika gewartet hat. Ihm sind die Leute herzlich egal, das zeigt er immer wieder durch seine Taten!
wombie 29.08.2017
5.
Mr. President hier haben Sie ein anschauliches Beispiel für die Auswirkungen der Erwärmung der Erde besichtigt, die ihre Energie in immer kräftigeren Stürmen und Niederschlägen abgibt. Auch Sie sind mit ihren Immobilien direkt mit höheren Prämien betroffen, da die Versicherer über die vergangenen Jahrzehnte einen Anstieg der Elementarschäden zu verzeichnen hatten.
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