Su-24-Abschuss Erdogan bittet um Treffen mit Putin

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sind nach dem Abschuss des Su-24-Jets zerrüttet. Zuletzt stritt man darüber, wer sich bei wem entschuldigen müsse. Jetzt hat Erdogan überraschend um ein Treffen mit Putin gebeten.

Präsident Erdogan: Noch kein genauer Termin für Treffen mit Putin bekannt
AP/ Presidential Press Service

Präsident Erdogan: Noch kein genauer Termin für Treffen mit Putin bekannt


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sind beide kommende Woche anlässlich der Weltklimakonferenz in Paris. Und womöglich werden sie bei dieser Gelegenheit auch ein bilaterales Treffen abhalten.

Aus dem Kreml verlautete am Vormittag, Erdogan habe um einen solchen Termin gebeten. Ein Sprecher sagte, von der türkischen Seite habe es den Vorschlag für ein Gespräch auf der Ebene der Staatschefs gegeben. "Das ist alles, was ich sagen kann."

Aus Ankara hieß es, die beiden könnten sich am Montag treffen. Es gebe aber bisher keine Uhrzeit.

Erdogan hatte bereits am Donnerstag in einem CNN-Interview gesagt, er habe versucht Putin anzurufen. Der Kreml-Chef sei jedoch nicht ans Telefon gegangen.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau stecken derzeit in einer tiefen Krise. Türkische F-16-Kampfflugzeuge hatten am Dienstag einen Bomber vom Typ Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen. Nach Angaben der türkischen Armee war die Maschine trotz wiederholter Warnungen in den türkischen Luftraum eingedrungen. Um das zu belegen, veröffentlichte die Luftwaffe Audiomitschnitte.

Putin will eine Entschuldigung - Erdogan auch

Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, die Su-24 sei über syrischem Gebiet geflogen. Als Reaktion auf den Abschuss verhängte Moskau bereits einige Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei.

Der russische Präsident Putin hatte eine Entschuldigung von "höchster militärpolitischer Stelle" der Türkei gefordert sowie Schadensersatz und die Bestrafung der "Verbrecher". Die Erklärung Erdogans, wonach der Bomber nicht erkannt worden sei, wies er am Donnerstagabend erneut zurück. "Das ist absurd, das sind Ausreden", sagte er. Die USA seien zudem über den Ort und die Zeit des Flugs des Kampfjets informiert gewesen.

Erdogan lehnt jedoch eine Entschuldigung bisher ab. Für den türkischen Präsidenten steht fest: Moskau ist am Abschuss des russischen Jagdbombers selbst schuld. "Die, die unseren Luftraum verletzt haben, sind diejenigen, die sich entschuldigen müssen."

Im Video: Türkei veröffentlicht Funkspruch zu Kampfjet-Abschuss

Getty Images/ iStockphoto

ler/AFP

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