Suche nach Saddams Waffen Auch Blair zweifelt

Tony Blair hat zugegeben, dass im Irak möglicherweise niemals verbotene Waffen gefunden werden. Der Krieg gegen Saddam Hussein sei trotzdem gerechtfertigt gewesen, beharrt der britische Premier.

London - "Wir wissen, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besaß, wir wissen aber auch, dass wir sie nicht gefunden haben", sagte Blair vor Abgeordneten in London. "Ich muss akzeptieren, dass wir sie nicht gefunden haben und dass wir sie möglicherweise nie finden werden."

Er hatte eine skeptische Bevölkerung im vergangenen Jahr vor allem mit der Gefahr durch irakische Massenvernichtungswaffen von der Notwendigkeit eines Krieges überzeugen wollen. Mittlerweile sind Blairs Umfragewerte stark abgesackt.

Trotz allem sei Saddam eine Gefahr für die gesamte Region und die Welt gewesen, sagte Blair. "Die Waffen könnten entfernt worden sein, sie könnten versteckt worden sein, sie könnten zerstört worden sein." In einem Aufsehen erregenden Dossier der Regierung, das im September 2002 veröffentlicht wurde, hatte es geheißen, irakische Massenvernichtungswaffen seien innerhalb von 45 Minuten einsatzbereit. Blair steht wegen der britischen Beteiligung an dem Irak-Krieg unter starkem innenpolitischen Druck.

In der nächsten Woche könnte sich die Kritik an der Blair-Regierung noch verstärken: Am 14. Juli soll ein Bericht über die Erkenntnisse des britischen Geheimdienstes zum irakischen Waffenarsenal veröffentlicht werden.

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