Sudan Regierung bestreitet Chemiewaffeneinsatz

Die Regierung des Sudan beteuert, in der Bürgerkriegsregion Darfur keine Menschen mit Chemiewaffen beschossen zu haben. Die Vorwürfe von Amnesty International seien ein Versuch, dem Land zu schaden.

Präsident Umar al-Baschir bei einem Truppenbesuch in Darfur, 2015
REUTERS

Präsident Umar al-Baschir bei einem Truppenbesuch in Darfur, 2015


Die Regierung des Sudan hat den Vorwurf, Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt zu haben, empört zurückgewiesen.

Die Belege seien "gegenstandslose Fälschungen", erfunden, um das Land zu destabilisieren, sagte der Vize-Vorsitzende der Regierungspartei von Staatschef Umar al-Baschir. Ähnliche Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen habe es auch früher schon gegeben, immer nur als Vorwand, um dem Sudan zu schaden. Belege für den Fälschungsvorwurf lieferte die sudanesischen Regierung nicht.

Ende September hatte die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International anhand von Fotos und Dutzender Zeugeninterviews aufgezeigt, dass Menschen in der Region Jebel Marra mit chemischen Waffen schwer verletzt worden waren.

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Amnesty-Bericht: Spurensuche im mörderischen Darfur-Konflikt

Die Bilder, auf die sich Amnesty in seinem Bericht stützt, stammen aus dem Frühjahr 2016. Sie zeigen Verletzungen der Haut, die auf einen Einsatz sogenannter blasenziehender Hautkampfstoffe hindeuteten. Außerdem seien durch Angriffe der sudanesischen Armee in der Region seit Jahresanfang mehrere Dörfer komplett zerstört worden. Bereits im April hatte die Uno von mehr als 100.000 neuen Binnenflüchtlingen im Sudan berichtet.

Jebel Marra gehört zur Krisenregion Darfur im Westen des Landes. Wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in dem Landesteil steht Präsident Baschir auf der Fahndungsliste des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, der Haftbefehl stammt aus dem Jahr 2009.

Baschir regiert den Sudan seit mehr als 20 Jahren mit fast unbeschränkter Macht, seit 2003 führt er Krieg im eigenen Land. Dem Sudankonflikt sollen bereits 300.000 Menschen zum Opfer gefallen sein, rund 2,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Abspaltung des Südsudan vor fünf Jahren war eine Folge des andauernden Bürgerkriegs.

cht/AP

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dasdondel 07.10.2016
1. Sudan
hat Öl, Eisen, Chrom Gold und Uran. Die Sudan Liberation Army wird finanziert von ? Will man uns hier ein remake servieren ?
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