Sudan Fünf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Darfur entführt

Sie wurden im Norden der sudanesischen Krisenregion Darfur verschleppt: Fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind in den Händen von Kidnappern - unter den Geiseln sollen ein Italiener, ein Franzose und ein Kanadier sein.


Khartum - Die Männer trugen Waffen und forderten die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf, mitzukommen: In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben Kidnapper am Mittwoch fünf Angestellte der belgischen Sektion der Organisation verschleppt. Nach Angaben eines Uno-Mitarbeiters, der nicht namentlich genannt werden wollte, handelt es sich bei den Geiseln um zwei Einheimische sowie um einen Italiener, einen Franzosen und einen Kanadier.

Die französischen und niederländischen Abteilungen von Ärzte ohne Grenzen waren in der vergangenen Woche aus Darfur ausgewiesen worden. Die Teams aus Belgien, der Schweiz und Spanien durften in der Krisenregion bleiben.

Koen Baetens, Sprecher von Ärzte ohne Grenzen, wollte keine Einzelheiten des Entführungsfalls nennen, er berief sich auf die heikle Lage vor Ort.

Die Regierung des Sudan hatte mehrere Hilfsorganisationen ausgewiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag einen Haftbefehl gegen Staatschef Omar al-Baschir wegen Völkermords erlassen hatte. Durch den Bürgerkrieg in Darfur starben nach Uno-Angaben rund 300.000 Menschen. Rund 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.

hen/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.