Gewalt gegen Demonstranten Zahl der Toten im Sudan steigt auf 60

Mit äußerster Brutalität gingen Sicherheitskräfte im Sudan gegen Oppositionelle vor. Die Zahl der Todesopfer ist Ärzten zufolge doppelt so hoch wie bisher angenommen.

Demonstranten im Sudan sperren eine Straße in Khartum mit Ziegelsteinen und brennenden Reifen
Ashraf Shazly/ AFP

Demonstranten im Sudan sperren eine Straße in Khartum mit Ziegelsteinen und brennenden Reifen


Nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräfte gegen Demonstranten ist die Zahl der Todesopfer im Sudan auf 60 gestiegen. Dies teilte ein Ärzteverband mit. Zuvor hatte dieser von 35 Toten gesprochen.

Demnach wurden zudem mehr als 300 Menschen verletzt. Die genaue Zahl sei aber schwer festzulegen, da die Kommunikation mit den Verletzten und den Krankenhäusern unter anderem durch das Abschalten des Internets in vielen Landesteilen sehr schwer sei.

Sicherheitskräfte waren zuletzt gewaltsam gegen eine wochenlange Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum vorgegangen, die maßgeblich zum Sturz des Präsidenten Umar al-Baschir beigetragen hatte. Dieser wurde im April nach drei Jahrzehnten an der Macht vom Militär abgesetzt.

Die Streitkräfte rangen seit dem Putsch mit der Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung, die Verhandlungen brachen jedoch jüngst zusammen. Nach der jüngsten Gewalt erklärte der militärische Übergangsrat die Gespräche für beendet, kündigte die Zugeständnisse an die Opposition auf und rief Wahlen binnen sieben Monaten aus.

asa/dpa



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