Sudan Mehrere Tote bei Demonstrationen in Khartum

Bei Protesten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Zuvor hatten sich die Militärregierung und Vertreter der Opposition auf eine Übergangsregierung geeinigt.

Demonstranten in Sudans Hauptstadt Khartum
Mohamed El-Shahed/AFP

Demonstranten in Sudans Hauptstadt Khartum


Bei Oppositionsprotesten in Sudans Hauptstadt Khartum sind mindestens fünf Demonstranten ums Leben gekommen. Das berichtet unter anderem der britische Nachrichtensender "BBC". Wie das Oppositionsbündnis "Deklaration für Freiheit und Wandel" berichtet, hätten die Schnellen Einsatztruppen (RSF), eine Militäreinheit, bereits in der Nacht zu Dienstag auf Demonstranten geschossen.

Man mache den militärischen Übergangsrat für den Vorfall am Montag verantwortlich, sagte Chalid Omer vom Oppositionsbündnis. Dem Übergangsrat zufolge wurde auch ein Mitglied der Streitkräfte getötet. Demnach seien unbekannte Gruppen für die Gewalt verantwortlich, die die Lage zwischen dem Militär und den Demonstranten "eskalieren" wollten, hieß es.

Der Vorfall überschattet Bemühungen, den Putsch gegen den Langzeitmachthaber al-Baschir friedlich zu gestalten. Am Montag hatten sich Vertreter der Opposition und der regierenden Generäle auf die Strukturen einer Übergangsregierung geeinigt, wie ein Sprecher des militärischen Übergangsrats mitteilte. Beide Seiten ringen seit dem Putsch vor einem Monat um die Bildung einer Übergangsregierung.

Sudans Langzeitmachthaber Umar al-Baschir war nach drei Jahrzehnten an der Macht am 11. April vom Militär gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen, die auf Anordnung der Regierung teils brutal niedergeschlagen wurden.

Al-Baschir wurde nach dem Putsch festgenommen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Suna hat die Staatsanwaltschaft den 75-Jährigen am Montag wegen Anstachelung zur Gewalt gegen Demonstranten und Mittäterschaft bei der Tötung Protestierender angeklagt. Al-Baschir wird seit Jahren wegen Verbrechen im Darfur-Konflikt vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit Haftbefehl gesucht.

fek/



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