Sudan Präsident Baschir akzeptiert Abspaltung des Südens

Sudans Präsident Umar al-Baschir hat offiziell die Unabhängigkeit des südlichen Landesteils akzeptiert. Er wolle gute Beziehungen zu dem neuen Staat unterhalten. Die Bevölkerung im Südsudan hatte in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für eine Abspaltung votiert.
Sudans Präsident Baschir: "Wir akzeptieren das Ergebnis"

Sudans Präsident Baschir: "Wir akzeptieren das Ergebnis"

Foto: TONY KARUMBA/ AFP

Umar al-Baschir

Khartum - Der Präsident des Sudan, , hat die Abstimmung über die Abspaltung des Südens des Landes anerkannt. "Wir akzeptieren das Ergebnis der Wahl, weil es den Willen des Volkes im Süden widerspiegelt," sagte Baschir im staatlichen Fernsehen.

Seine Regierung wolle weiter "gute Beziehungen, die auf Zusammenarbeit gründen", mit dem Süden unterhalten, so der Präsident weiter.

In einer Volksabstimmung hatten die Südsudanesen Anfang Januar mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit gestimmt. Nach vorläufigen Ergebnissen von Ende Januar stimmten 98,83 Prozent der Südsudanesen für die Abspaltung vom Norden. Das offizielle Endergebnis soll am Montagabend bei einer Zeremonie in Khartum bekanntgegeben werden.

Im Juli soll der 193. Staat der Welt offiziell gegründet werden. Die Abstimmung war der Schlusspunkt eines 2005 von der Zentralregierung in Khartum und südsudanesischen Rebellen unterzeichneten Friedensabkommens, das den mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg zwischen dem christlich dominierten Süden und dem muslimisch geprägten Norden endgültig beenden soll.

Südsudan

Schon vor der Gründung steht der neue Staat vor gigantischen Problemen: Die Infrastruktur muss aufgebaut werden, es gibt im südlichen Teil des Sudan keine Ärzte, keine Lehrer. Die künftige Regierung des muss einen der rückständigsten Staaten der Erde in wenigen Jahren auf zumindest durchschnittliches afrikanisches Niveau bringen.

Gegen Sudans Präsident Baschir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag im Juli 2010 einen Haftbefehl wegen Völkermord ausgestellt.

anr/AFP/Reuters
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