Erste Gesprächsrunde Sudan und Südsudan verhandeln wieder

Nach heftigen Kämpfen und monatelanger Unsicherheit haben Sudan und Südsudan wieder Verhandlungen aufgenommen. Die internationalen Vermittler hoffen auf eine schnelle Einigung - doch die Repräsentanten des Südens berichteten von neuen Angriffen des Nachbarlandes.

Chef-Vermittler Thabo Mbeki: Sudan und Südsudan sollen eine politische Lösung suchen
AFP

Chef-Vermittler Thabo Mbeki: Sudan und Südsudan sollen eine politische Lösung suchen


Addis Abeba/Johannesburg - Die Verhandlungen schienen dem Scheitern nahe, bevor sie überhaupt begonnen hatten: "Heute, während wir hier diskutieren, bombardieren sie uns", sagte der südsudanesische Chefunterhändler Pagan Amum während der Gespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba. Dennoch werde der Südsudan unter allen Umständen an den Verhandlungen teilnehmen.

Nach mehr als einem Monat der Unsicherheit und nur unter starkem Druck der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (AU) hatten sich Sudan und Südsudan vergangene Woche wieder bereiterklärt, gemeinsam nach einer politischen Lösung für den Konflikt zu suchen.

Der rohstoffreiche Süden des Sudans hatte sich nach Jahrzehnten blutiger Konflikte im Juli 2011 vom arabisch geprägten Norden des Landes getrennt. Beide Länder streiten aber um Grenzregionen, in erster Linie um das Gebiet Abyei.

Ende März war der Konflikt zwischen den beiden Ländern eskaliert, als Südsudan das Ölfeld Heglig besetzte und der Norden daraufhin Ziele im Süden bombardierte. Südsudan hatte seine Truppen nach starkem internationalen Druck wieder zurückgezogen. Der Sudan wiederum hat zu Wochenbeginn den Abzug seiner Einheiten aus dem Grenzgebiet angekündigt.

Das waren die Voraussetzungen für neue Gespräche unter AU-Vermittler Thabo Mbeki, dem ehemaligen Präsidenten Südafrikas. Auch der US-Gesandte Princeton Lyman nahm an den Verhandlungen teil. Bei der ersten Gesprächsrunde soll zunächst nur der Rahmen für weitere Treffen abgesteckt werden.

usp/AFP/dpa

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