Nach Massaker in Khartum Uno-Sicherheitsrat verurteilt Gewalt im Sudan

Bei Auseinandersetzungen im Sudan sind zuletzt Dutzende Menschen getötet worden. Nun schaltet sich der Uno-Sicherheitsrat ein. Und im Sudan sollen neue Gespräche zwischen Militär und Opposition stattfinden.

Ausschreitungen in Sudans Hauptstadt Khartum: Neue Gespräche sollen den Konflikt lösen
AFP

Ausschreitungen in Sudans Hauptstadt Khartum: Neue Gespräche sollen den Konflikt lösen


Der Uno-Sicherheitsrat hat die Gewalt gegen Zivilisten im Sudan verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Mitglieder des wichtigsten Uno-Gremiums ein sofortiges Ende der Gewalt und eine Achtung der Menschenrechte. Der Sicherheitsrat rief die Militärführung in der Hauptstadt Khartum und die Protestbewegung zudem auf, auf eine Lösung der Krise hinzuarbeiten.

Die seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir herrschende Armee war Anfang vergangener Woche brutal gegen die Protestbewegung vorgegangen und hatte in Khartum Straßenblockaden gewaltsam räumen lassen. Nach Angaben des oppositionsnahen Zentralkomitees sudanesischer Ärzte wurden dabei mehr als 100 Menschen getötet. Das Gesundheitsministerium sprach von 61 Toten landesweit.

Proteste in Khartum
REUTERS

Proteste in Khartum

Der Uno-Sicherheitsrat stimmte nun einer von Deutschland und Großbritannien vorgelegten Erklärung zur Krise im Sudan zu. Diplomaten zufolge gab es zwar Widerstand von Russland und China; der Text wurde dann aber trotzdem einstimmig angenommen. Vergangene Woche war ein Textentwurf noch am Widerstand der beiden Vetomächte gescheitert.

Neue Gespräche zwischen Militär und Protestbewegung

Der Militärrat hatte nach al-Baschirs Sturz infolge von monatelangen Massenprotesten im April die Führung übernommen. Mit dem Rat einigte sich die Protestbewegung Mitte Mai grundsätzlich darauf, dass ein gemeinsamer Übergangsrat die Geschicke des Landes in den kommenden drei Jahren lenken soll. Seither herrschte aber Streit darüber, welche Seite dieses Gremium führen soll. Schließlich verwarf das Militärdas Abkommen mit der Opposition.

Jetzt sagte der äthiopische Vermittler Mahmud Drir allerdings, die Protestbewegung und der regierende Militärrat hätten vereinbart, ihre Gespräche wieder aufzunehmen. Der Militärrat habe sich als "Zeichen des guten Willens" bereit erklärt, alle politischen Gefangenen freizulassen.

Nach der Gewalt vom Anfang vergangener Woche hatte die Protestbewegung am Sonntag landesweit zu "zivilem Ungehorsam" aufgerufen und damit das öffentliche Leben in Khartum und andernorts weitgehend lahmgelegt. Der Streik wurde mittlerweile aber beendet.

aev/AFP



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