Sudan Viele Tote bei Überfall auf Flüchtlingslager

Eine Gruppe bewaffneter Männer hat in der sudanesischen Krisenregion Darfur ein Flüchtlingslager überfallen und mindestens 29 Menschen getötet. Große Teile des Lagers wurden Uno-Angaben zufolge zerstört.


Genf - Etwa 300 bewaffnete arabische Männer hätten das Aro-Sharow-Camp gestern Abend überfallen, berichtete das Uno-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) heute in Genf. Zehn Menschen seien dabei schwer verletzt worden.

Uno-Angaben zufolge war es das erste Mal in dem seit rund zwei Jahren andauernden Konflikt zwischen Rebellen und arabischen Milizen, dass ein Flüchtlingslager überfallen wurde. Uno-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres rief die sudanesische Regierung auf, in der Region umgehend für Sicherheit zu sorgen. So lange dies nicht gewährleistet sei, könne die internationale Gemeinschaft ihre Hilfseinsätze für Hunderttausende von Betroffenen in dem Krisengebiet nicht fortsetzen, mahnte er.

Aro Sharow, ein Lager für rund 5000 Menschen, liegt etwa 16 Kilometer nördlich der Stadt Saleah in einer Gegend, die die Uno wegen der seit Monaten anhaltenden Gewalt als besonders gefährlich einstufen. Auch das nahe gelegene Dorf Gosmeina soll von Angreifern in Brand gesteckt worden sein. Die Konfliktparteien in Darfur kämpfen seit Februar 2003.

Der Regierung in Khartum wird vorgeworfen, die Milizen zu unterstützen, die immer wieder Dörfer niederbrennen und der Ermordung und Vergewaltigung von Zivilisten beschuldigt werden. Laut Uno-Schätzungen starben in Darfur bislang Zehntausende in Kämpfen, an Hunger und Krankheiten. Rund zwei Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Auch nachdem sich die Rebellen und Milizen auf einen Waffenstillstand geeinigt hatten, kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen in der Region.



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