Einigung in Gefahr Gespräche zu einer Übergangsregierung im Sudan unterbrochen

Demonstranten und Militärmachthaber im Sudan hatten sich bereits auf eine neue Übergangsregierung verständigt. Doch statt das Abkommen zu unterschreiben, setzt das Militär die Gespräche vorerst aus.

Demonstranten im Khartoum vor dem militärischen Hauptquartier
Mohamed el-Shahed/AFP

Demonstranten im Khartoum vor dem militärischen Hauptquartier


Nach Angaben der Opposition hat die Armee im Sudan die Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung vorerst unterbrochen.

Der Militärrat habe die Verhandlungen ausgesetzt und die Demonstranten aufgefordert, die in den vergangenen Tagen errichteten Straßenblockaden in der Hauptstadt Khartum aufzulösen, sagte ein Sprecher der Allianz für die Freiheit und den Wechsel.

Die Demonstranten sollen demnach die Barrikaden abbauen und nur noch am Militärhauptquartier demonstrieren. Neue Straßenblockaden waren in dieser Woche als Reaktion auf den Tod von sechs Demonstranten errichtet worden, die in der Nacht zum Dienstag den Aktivisten zufolge von einer Spezialeinheit der Sicherheitskräfte erschossen wurden. Ein weiterer Anführer der Protestbewegung, Ahmed al-Rabie, bestätigte die Unterbrechung der Verhandlungen. Der Militärrat teilte mit, die Gespräche seien für 72 Stunden ausgesetzt.

Zivilisten tragen einen verwundeten Demonstranten durch die sudanesischen Hauptstadt Khartum
REUTERS

Zivilisten tragen einen verwundeten Demonstranten durch die sudanesischen Hauptstadt Khartum

Vor gut einem Monat hat die Armee den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten am 11. April gestürzt. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde zunächst der Militärrat eingesetzt - die Protestbewegung sah in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der Regierung Baschirs. Die Gespräche sollten eigentlich dazu führen, einen Übergangsrat zu bilden, der den herrschenden Militärrat ablösen sollte. Zuletzt war von einer Übergangszeit von drei Jahren die Rede, der Deal sollte eigentlich bis zum Donnerstagmorgen unterschrieben werden, was aber nicht geschah.

Die Lage im Land bleibt angespannt. In der Nacht zum Dienstag sind bei Protesten in Khartoum mehrere Personen getötet worden, Dutzende wurden verletzt. Vertreter der Protestbewegung sprachen zunächst von einer Miliz, die dem gestürzten Regime nahe stehe. Später sagte ein Sprecher der Demonstranten dann aber, der Militärrat trage die volle Verantwortung. Auch die USA machten das Militär für die Toten verantwortlich. In der Folge kam es in der Stadt Omdurman zu neuen Protesten.

höh/cht/AFP



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Beat Adler 16.05.2019
1. Der Volksaufstand begann, weil die Brotpreise erhoeht wurden.
Eine Folge des Abtretens der fruchtbarsten Boeden, die sich im Gezira (=Insel) zwischen den Blauen und dem Weissen Nil befinden und volljaehrig bewaessert werden. Dort wird im Winter Weizen angebaut. Diese Abtretungen wurden noetig, um die Schulden Chinas zu bezahlen. Omar Al Bashir UEBERschuldete den Nord-Sudan bei China massiv. Durch die Trennung von Nord-Sudan und Suedsufdan verlor er 2/3 bis 3/4 der Erdoelproduktion, die zu 100% an China verkauft wird. Omar Al Bashir kassiert seitdem "nur" noch die Gebuehren fuer das Durchleiten durch die Pipeline bis nach Port Sudan am Roten Meer. Die ZIVILE Nachfolgeregierung von Omar Al Bashir, mit internationalem Haftbefehl wegen Voelkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit mehreren Jahren gesucht, wird den Chinesen die Schulden NICHT zurueckbezahlen, auch nicht die Zinsen darauf. China wird also versuchen Einfluss auf die zukuenftige Regierung auszuueben. China benuetzt dazu die Fuehrung der Streitkraefte, die vollstaendig am seidenen Faden Chinas haengen. Die Nachfolgeregierung wird den Generaelen den Prozess machen, auch wegen deren Korruption, die von China massiv unterstuetzt wurde. China erlebt nun im Nord-Sudan life und in Farben, was in Afrika passieren kann, wenn ein von ihnen abhaengiger Diktator faellt! Vom Volk weggeputzt wird. Einem Volk, das bei sich keine chinesiche Art der Diktatur, als Ersatz zur islamistischen Miltaerdiktatur unter Omar al Bashir, will. mfG Beat
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