Südafrika Mordkomplott gegen Präsident Mbeki

Einem Medienbericht zufolge sollte der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki ermordet werden. Der Plan gegen Mbeki sei von "rechtsextremen Elementen" gefasst worden. Unter den Verschwörern seien auch Sicherheitsbeamte des Präsidenten gewesen.


Thabo Mbeki
AP

Thabo Mbeki

Johannesburg - Die in Südafrika erscheinende Zeitung "The Citizen" berichtet, zwei Mitarbeiter der Leibwache des Präsidenten seien verpflichtet worden, den richtigen Ort und Zeitpunkt für die Ermordung Mbekis auszusuchen und sie abzusichern. Als Tatort sei unter anderem das Präsidenten-Flugzeug ins Auge gefasst worden.

Das Blatt beruft sich auf einen 25-seitigen Bericht, den ein am Wochenende festgenommener ehemaliger Sicherheitsberater Mbekis verfasst haben soll. Urheber der Verschwörung seien ungenannte "rechtsextreme Elemente". Deren Ziel sei es, die Staatsstrukturen zu destabilisieren und im Hintergrund zu bleiben.

Der am Samstag in Kapstadt festgenommene Berater Mbekis wurde nach Pretoria geflogen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Bereits 2001 hatten ähnliche Informationen die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Allerdings hatten sie sich später als haltlos erwiesen.

In Südafrika findet zur Zeit ein Prozess gegen die rechtsextreme weiße "Boeremag" (Burenmacht) statt. Die Gruppe hatte vergangenes Jahr mit Anschlägen vergeblich einen Umsturz geplant. Sie gilt jedoch als weitgehend isolierte Minderheit. Südafrika hatte nach dem Ende der Apartheid bei den ersten demokratischen Wahlen 1994 eine schwarze Regierung unter Führung des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) gewählt, die seither im Amt bestätigt wurde. Im kommenden Jahr soll wieder gewählt werden.



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