Südafrika Parlament wählt Zuma zum neuen Präsidenten

277 der 400 Abgeordneten stimmten für ihn: Südafrikas Parlament hat Jacob Zuma zum neuen Staatschef gewählt - am Samstag soll der 67-Jährige vereidigt werden.


Kapstadt - Jacob Zuma war bester Laune und lachte entspannt: Zwei Wochen nach der Wahl in Südafrika ist der 67-Jährige vom Parlament zum neuen Staatspräsidenten ernannt worden. Für Zuma, dessen Afrikanischer Nationalkongress (ANC) Ende April auf 65,9 Prozent der Stimmen kam, stimmten 277 der 400 Abgeordneten. Er soll am Samstag im Amt vereidigt werden. Zumas Mitbewerber Mvuma Dandala von der ANC-Abspaltung COPE kam nur auf 47 Stimmen.

Neuer Präsident Südafrikas: Jacob Zuma
AFP

Neuer Präsident Südafrikas: Jacob Zuma

Zuma ist Nachfolger von Kgalema Motlanthe, der das Amt nach dem Rücktritt von Thabo Mbeki im September übergangsweise übernahm. Der Wahlkampf Anfang des Jahres war weitgehend von der Kontroverse um den ANC-Chef Zuma bestimmt: Anhänger feiern den 67-Jährigen als erste charismatische Führungspersönlichkeit seit der Zeit des früheren Präsidenten Nelson Mandela. Kritiker hingegen sehen in ihm einen Populisten, der über die Jahre auch in mehrere Sex- und Korruptionsskandale verwickelt war.

Erst zwei Wochen vor der Wahl stellte die Generalstaatsanwaltschaft ein Korruptionsverfahren gegen ihn ein. Bereits vor einigen Jahren musste er sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Der Prozess endete 2006 mit einem Freispruch. Nach der Parlamentswahl warb Zuma für eine Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Seine Regierung werde sich um die Schaffung von Arbeitsplätzen, den Bau von Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern für die schwarze Bevölkerungsmehrheit kümmern, sicherte er zu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte in ihrem Glückwunschschreiben an Zuma "die beachtliche demokratische Entwicklung" des Landes. Das unterstreiche der friedliche und faire Verlauf der Parlamentswahlen, hieß es in dem am Mittwochabend in Berlin veröffentlichtem Schreiben. "Nur 15 Jahre nach Ende der Apartheid ist dies eine Leistung, auf die die Südafrikaner stolz sein können." Zugleich stehe Südafrika weiterhin vor großen Herausforderungen, deren Bewältigung Kraft und Entschlossenheit bedürften, hieß es weiter. Dabei werde Deutschland, das Südafrika in tiefer Freundschaft verbunden sei, dem Land wie in der Vergangenheit zur Seite stehen.

fge/dpa/AP



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