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01. April 2016, 23:26 Uhr

Südafrikas Präsident

Zuma entschuldigt sich für "Verwirrung" um Renovierungskosten

Im Skandal um die Renovierung seiner Privatresidenz hat Südafrikas Präsident Zuma Fehler eingeräumt - will aber weiterhin nicht zurücktreten. Er betont, nicht vorsätzlich gegen die Verfassung verstoßen zu haben.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat sich in einer Fernsehansprache für die "Frustration und Verwirrung" entschuldigt, die durch den Skandal um seine Nkandla-Residenz entstanden seien. Er habe niemals absichtlich und willentlich die Verfassung missachten wollen, sagte Zuma. Er akzeptiere aber das Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag geurteilt, dass der Präsident mit seiner Weigerung, dieRenovierung seines Anwesens selbst zu bezahlen, gegen die Verfassung verstoßen habe. Er soll einen Teil der rund 250 Millionen Rand Staatsgelder (etwa 14,8 Millionen Euro) zurückzahlen.

Die überhöhten Kosten für den Ausbau seiner Privatresidenz seien die Schuld der Bauunternehmer, sagte Zuma. Die Regierung werde in Zukunft striktere Regulierungen für Zulieferer implementieren. "Die Sache hat viel Frustration verursacht. Dafür entschuldige ich mich", so Zuma.

Die Opposition, die auf eine Rücktrittsankündigung des Präsidenten gehofft hatte, reagierte empört auf die Rede. Der Vorsitzende der Demokratischen Allianz (DA), Mmusi Maimane, warf dem Staatschef vor, die Bevölkerung getäuscht zu haben. Er sprach von einer "vollkommen hohlen Erklärung eines gescheiterten Präsidenten".

Das Finanzministerium wird nun binnen 60 Tagen die zurückzuzahlende Summe festlegen.

kry/dpa/AFP

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