Südafrikas Präsident Zuma entschuldigt sich für "Verwirrung" um Renovierungskosten

Im Skandal um die Renovierung seiner Privatresidenz hat Südafrikas Präsident Zuma Fehler eingeräumt - will aber weiterhin nicht zurücktreten. Er betont, nicht vorsätzlich gegen die Verfassung verstoßen zu haben.

Jacob Zuma (Archiv)
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Jacob Zuma (Archiv)


Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat sich in einer Fernsehansprache für die "Frustration und Verwirrung" entschuldigt, die durch den Skandal um seine Nkandla-Residenz entstanden seien. Er habe niemals absichtlich und willentlich die Verfassung missachten wollen, sagte Zuma. Er akzeptiere aber das Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag geurteilt, dass der Präsident mit seiner Weigerung, dieRenovierung seines Anwesens selbst zu bezahlen, gegen die Verfassung verstoßen habe. Er soll einen Teil der rund 250 Millionen Rand Staatsgelder (etwa 14,8 Millionen Euro) zurückzahlen.

Die überhöhten Kosten für den Ausbau seiner Privatresidenz seien die Schuld der Bauunternehmer, sagte Zuma. Die Regierung werde in Zukunft striktere Regulierungen für Zulieferer implementieren. "Die Sache hat viel Frustration verursacht. Dafür entschuldige ich mich", so Zuma.

Die Opposition, die auf eine Rücktrittsankündigung des Präsidenten gehofft hatte, reagierte empört auf die Rede. Der Vorsitzende der Demokratischen Allianz (DA), Mmusi Maimane, warf dem Staatschef vor, die Bevölkerung getäuscht zu haben. Er sprach von einer "vollkommen hohlen Erklärung eines gescheiterten Präsidenten".

Das Finanzministerium wird nun binnen 60 Tagen die zurückzuzahlende Summe festlegen.

Zwei Welten: Vorne Zumas Nachbarn, hinten die Gebäude, die mit Steuermitteln saniert wurden
REUTERS

Zwei Welten: Vorne Zumas Nachbarn, hinten die Gebäude, die mit Steuermitteln saniert wurden

kry/dpa/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Kater Bolle 02.04.2016
1. Wie immer......
Steuergelder zu veruntreuen, verschenden, vergeuden fällt immer leichter als eigenes schweer verdientes Geld. Leider nicht nur in Südafrika. Wir können das täglich vor unser Tür sehen.
akalunga 02.04.2016
2.
Wie zuma es einfach nicht verstehen kann. Das Erbe von Mandela ist damit verloren. Schade....Ich hätte mir mehr erhofft....Aber typisch von afrikanischen Staatsoberhäupter...Das eigene Volk im Dreck stecken zu lassen während man sich alles im Rachen steckt. Mit den Millionen hätte man wirklich viele Unterkünfte für arme Leute bauen können. Sicher soll der Staatsoberhaupt nicht im einfachen Häuser wohnen...Aber......naja....Wir haben es ja vorgemacht...schade das man den kolonialen Herren so nacheifern tut...Sobald sich die Gelegenheit gibt...
Hans58 03.04.2016
3.
Zitat von akalungaWie zuma es einfach nicht verstehen kann. Das Erbe von Mandela ist damit verloren. Schade....Ich hätte mir mehr erhofft....Aber typisch von afrikanischen Staatsoberhäupter...Das eigene Volk im Dreck stecken zu lassen während man sich alles im Rachen steckt. Mit den Millionen hätte man wirklich viele Unterkünfte für arme Leute bauen können. Sicher soll der Staatsoberhaupt nicht im einfachen Häuser wohnen...Aber......naja....Wir haben es ja vorgemacht...schade das man den kolonialen Herren so nacheifern tut...Sobald sich die Gelegenheit gibt...
Abwarten, noch ist nicht aller Tage Abend. Nachdem Thuli Madonsela (Public Protector) und der Verfassungsgerichtshof mehr oder weniger deutlich klar gemacht haben, dass Zuma zumindest die Kosten zurück zahlen muss, die auf Grund privater Verbesserungen seines Wohnsitzes Nkandla entstanden sind und der ANC inzwischen auf höchster Ebene zusammentraf, wird wohl eine Rückzahlung demnächst erfolgen. Vielleicht springt auch die Gupta-Familie ein und zahlt.....
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