Ausschreitungen in Südafrika Tausende Studenten protestieren vor Zumas Palast

Die Uni-Gebühren sollen steigen und die Wut darüber ist groß: Tausende Studenten haben sich vor dem Präsidentenpalast in Pretoria versammelt. Einige Demonstranten versuchten, das Gelände zu stürmen.

Demonstranten in Pretoria (am Mittwoch): Proteste in der Hauptstadt
DPA

Demonstranten in Pretoria (am Mittwoch): Proteste in der Hauptstadt


Unter Südafrikas Studenten ist die Wut über die angekündigte Erhöhung der Studiengebühren groß. Diese sollen im kommenden Jahr um sechs Prozent steigen. Die Protestbewegung fürchtet, dass daher künftig weniger arme Südafrikaner studieren können.

Präsident Jacob Zuma hat sich zu einem Treffen mit Studentenvertretern bereit erklärt, doch viele Demonstranten zweifeln an der Kompromissbereitschaft des Staatschefs. Tausende junge Südafrikaner versuchten am Vormittag den Zaun des Präsidentenpalastes zu überwinden und auf das Gelände in Pretoria zu gelangen.

Die Sicherheitskräfte brachten gepanzerte Mannschaftswagen und Wasserwerfer auf das Gelände. Über den von einem großen Polizeiaufgebot abgesicherten Zaun flogen Steine und Flaschen, ein Reporter wurde nach Angaben des TV-Senders eNCA am Kopf verletzt.

An mehreren Stellen drangen Studenten auf das Gelände des Regierungssitzes vor. Beobachter beschrieben die Situation als extrem angespannt. Auf TV-Bildern war schwarzer Rauch zu sehen.

In dieser Woche hatten an mehreren Universitäten Menschen gegen die Pläne der Regierungspartei ANC protestiert, dabei kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Regierung wurde vom Ausmaß der Unzufriedenheit überrascht. Inzwischen sind alle wichtigen Universitäten des Landes geschlossen.

syd/Reuters/dpa



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