Unruhen in Südafrika Tausende protestieren gegen Fremdenhass

Seit Wochen wird Südafrika von ausländerfeindlichen Unruhen erschüttert. Sieben Menschen starben, viele flüchteten in ihre Heimatländer. Jetzt demonstrierten Tausende in Johannesburg gegen Rassismus.

Demonstration für die Nachbarn: Die meisten Einwanderer kommen aus anderen afrikanischen Ländern
AFP

Demonstration für die Nachbarn: Die meisten Einwanderer kommen aus anderen afrikanischen Ländern


Tausende Südafrikaner haben am Donnerstag in Johannesburg gegen die ausländerfeindlichen Unruhen in ihrem Land protestiert. "Wir werden die Fremdenfeindlichkeit besiegen, so wie wir die Apartheid besiegt haben", sagte der Chef der Provinzregierung von Gauteng, David Makhura, zu Beginn des Demonstrationszugs. Bis zu 10.000 Menschen folgten dem Aufruf eines Bündnisses von zivilgesellschaftlichen Gruppen. "Dieser Marsch sendet eine wichtige Botschaft an die Welt und an die Afrikaner", betonte Makhura, "wir sind hier, um deutlich zu machen, dass Südafrika für alle ein friedliches Land ist."

Seit Ostern wurden bei fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika mindestens sieben Menschen getötet. Tausende weitere flüchteten. Allein 2000 Bürger aus dem benachbarten Mosambik kehrten nach Angaben der dortigen Regierung inzwischen in ihr Heimatland zurück. "Ich bin gekommen, um zu sagen: 'Nicht in meinem Namen'", erklärte der Demonstrant Zain Mayet. "Wir wollen zeigen, dass nicht jeder in Südafrika ein Krimineller ist, der Ausländer angreift."

Die Unruhen hatten Anfang April in der Hafenstadt Durban begonnen und weiteten sich später auch auf Johannesburg aus. Die Regierung entsandte Anfang der Woche die Armee in die dortigen Armenviertel, um die Gewalt einzudämmen. Bei einer Razzia in einer Unterkunft für südafrikanische Arbeiter im Johannesburger Township Alexandra wurden in der Nacht zum Donnerstag zwei Verdächtige festgenommen.

aer/afp



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bellfleurisse 23.04.2015
1. Da könnte man weinen
In Südafrika beteiligen sich Tausende, auch diejenigen, welche unter dem Rassismus der Apartheid gelitten haben an Demonstrationen gegen Fremdenhass. Und hier?
talktalk 24.04.2015
2. Normal
.... nur allzu normal sind solche Handlungen. In Afrika wissen alle Schwarzen was Apartheid ist. Dennoch töten sie sich jetzt gegenseitig, weil verschiedene Herkunftsländer aufeinander treffen. Unterschiedlicher Glaube, unterschiedliche Ethnien, unterschiedliche Rassen. Nein, die Menschen sind NICHT gleich! Sie wollen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Sie möchten keine Veränderungen. Sie suchen Sicherheit, brauche Wärme, Zuneigung und gewohnte Strukturen. Das kann jeder Soziologe beschreiben. Warum wird dies nicht mal gemacht. Nein, es ist immer so, wie es linke Intellektuelle und die mitarbeitenden Medien dazu sagen. Man kann langfristig nicht gegen die Mehrheit der Bevölkerung regieren. Das ist in Deutschland so, das ist in Europa so und das ist auf der ganzen Welt so. Beispiele gibt es genug. Nur der Wille ist nicht da, um es zu erkennen und zu akzeptieren. Deswegen wird sich auch Sudafrika nicht beruhigen, bis die Verursacher, die Besatzungsmächte, das Land verlassen oder eine Seite vernichtet wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.