Nkosazana Dlamini-Zuma Südafrikas Innenministerin führt Afrikanische Union

Südafrika hat den Machtkampf um die Führung der Afrikanischen Union gewonnen. Nkosazana Dlamini-Zuma wurde zur Vorsitzenden der AU-Kommission gewählt. Damit steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Organisation.

Nkosazana Dlamini-Zuma will die Arbeit der AU effizienter gestalten
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Nkosazana Dlamini-Zuma will die Arbeit der AU effizienter gestalten


Addis Abeba - Nkosazana Dlamini-Zuma ist am Sonntag zur Präsidentin des wichtigsten Gremiums der Afrikanischen Union (AU) gewählt worden. Südafrikas Innenministerin errang am Sonntagabend beim AU-Gipfeltreffen in Addis Abeba die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für den Posten der AU-Kommissionsvorsitzenden.

Im vierten Wahlgang stimmten 39 der 51 Delegationen für die Ex-Ehefrau von Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Die 63-Jährige hatte bei den ersten drei Wahlkämpfen jeweils nur einfache Mehrheiten gegen den bisherigen Amtsinhaber Jean Ping aus Gabun bekommen. Beim AU-Gipfel im Januar hatte keiner der beiden die notwendige Mehrheit erhalten.

Mit Dlamini-Zuma tritt erstmals eine Frau an die Spitze der AU-Kommission. Die frühere dritte Frau des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, die seit 14 Jahren von diesem geschieden ist, wurde vor allem von den Staaten im südlichen Afrika und Teilen des englischsprachigen Afrikas unterstützt. Sie hatte jedoch vor der Wahl gesagt, es gehe ihr nicht um eine Frontstellung zwischen englisch- und französischsprachigen Staaten, sie selbst sei Zulu.

Dlamini-Zuma stand seit der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, an der Spitze mehrerer Ministerien ihres Heimatlandes. Zunächst war die ausgebildete Ärztin Gesundheitsministerin, dann Außen- und Innenministerin. Dlamini-Zuma ist als kompetente Managerin bekannt, die ihre Ziele mit Entschlossenheit verfolgt. Für die Afrikanische Union kündigte sie an, sie wolle die Organisation "effizienter" gestalten. Die AU verfolgt vor allem eine Befriedung der Krisengebiete Afrikas.

Am Rande des achttägigen Gipfels, der am Montag zu Ende geht, kam es in der äthiopischen Hauptstadt zu Protesten von Muslimen. 200 Menschen seien bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei am Freitag verletzt worden, sagte ein Sprecher. 72 Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. Die Muslime protestieren gegen eine aus ihrer Sicht zu liberale Gesetzgebung und Eingriffe in die innerreligiöse Rechtsprechung.

kha/dpa/AFP/Reuters



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gladwell 16.07.2012
1. Frauen machen in Afrika die bessere Politik
Sie ist nach den Staatschefs in Liberia und Malawi erst die dritte Frau in einem wichtigem Amt in Afrika.Ohne einen bestimmten Grad an Unterwerfung gegenüber Männern und den Konventionen ihrer Länder haben die Frauen nur geringe Chancen. Die wenig überzeugenden Ergebnisse der Regierungsverantwortung in den den letzten 50 Jahren seit der Unabhängigkeit haben klar gezeigt: Kompetenz kann nicht der Grund dafür sein, warum in Afrika Männer die Regierungen dominieren. Afrika zahlt für die Marginalisierung seiner Frauen einen hohen Preis. Es hat sich gezeigt, dass Frauen in Afrika weitaus produktiver sind als Männer, wenn sie Zugang zu Bildung, Besitz, Kredit sowie Recht auf Boden und Erbschaft bekommen. Auch die Ausgestaltung von Ehe-und Familienrecht spielt eine zentrale Rolle und beeinflusst maßgeblich die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen. Frauen in der Politik sind nicht die besseren Menschen( Frau Johnson-Sirleaf hat drei Söhnen und ihrem Bruder hohe lukrative Posten zugeschanzt), aber sie investieren ihr Einkommen in Gesundheit, Bildung und Familie. Deshalb ist der Beitrag, den Frauen in Afrika zum gesellschaftlichen Wohlergehen leisten, meist größer als der von Männern. Sie sind aktiv und machen die vielerorts die bessere Politik. Sie versuchen wenigstens soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Sie verbessern auch bei Männern die Einstellung zu Frauen. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
spon_2091106 17.07.2012
2. Südafrikas Innenministern führt Afrikanische Union
Leider lässt der Artikel, soweit es um die Person der neu als Präsidentin der Afrikanischen Union gewählten südafrikanischen Nkosazana Dlamini-Zuma geht, eine eigene Recherchearbeit vermissen. Nach der Wahrnehmung der Presse hier in Südafrika dürfte die Wahl von Frau Dlanini-Zuma sich zu einer politischen Katastrophe entwickeln: Seitdem Ihr Ex-Ehemann und derzeitige Präsident Zuma an der Macht ist, agiert Dlamini-Zuma als Innenministerin. Dort glänzte Sie sicherlich nicht als eine kompetente Mangagerin, die ihre Ziele mit Entschlossenheit verfolgt, wie es in einer Agenturmeldung heißt. In dieser noch aktuellen Funktion erweist sich ihr Führungsstil als totale Katastrophe. Nicht nur die fremdenfeindlichen Tendenzen in den ihr unterstehenden Einwanderungsbehörden konnte oder wollte sie in den Griff bekommen. (www.2010sdafrika.wordpress.com/2012/05/17/braam-hanekom-direktor-der-ngo-passop-im-interview/" \t "_blank) Auch die Beibehaltung inkompetenter Mitarbeiter, die Zahlung hoher Vertragsstrafen, ausbleibende gesetzliche Regelungen und unzureichende Reformen machen das Innenministerium zu einer der schlecht organisiertesten Behörde in Südafrika. Mehrere Studien von Forschungseinrichtungen und Stellungnahmen von NGOs bestätigten diesen mangelhaften Zustand. http://www.news24.com/SouthAfrica/News/Home-Affairs-being-sued-for-R68bn-20100930-2
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