Streit um Aufschüttung China verteidigt Inselbau als Umweltschutzmaßnahme

Die Nachbarn und der Westen sind alarmiert: China lässt auf Riffen und kleinen Inseln im Südchinesischen Meer, die auch andere Länder beanspruchen, Anlagen bauen. Jetzt erklärt Peking, das diene lediglich dem Umweltschutz.
Aufnahme der US-Marine: Bautätigkeit am Mischief Reef (chinesisch: Meiji Jiao)

Aufnahme der US-Marine: Bautätigkeit am Mischief Reef (chinesisch: Meiji Jiao)

Foto: REUTERS/U.S. Navy

China hat Vorwürfe zurückgewiesen, es würde mit Bauten im Südchinesischen Meer provozieren. Die USA haben die Landaufschüttungen Chinas an einigen Inseln, auf die auch andere Länder Ansprüche erheben, scharf kritisiert. Sie argwöhnen unter anderem, dass Peking dort eine Landebahn für Militärmaschinen baut.

Bei der Sicherheitskonferenz Shangri-La-Dialog in Singapur entgegnete der chinesische Admiral Sun Jianguo, Pekings Aktivitäten dienten vor allem dem Schutz der Riffe.

Es gehe bei den umstrittenen Bauarbeiten nicht nur um chinesische "Verteidigungserfordernisse", so der Admiral. China wolle auch seine "internationalen Verpflichtungen" besser erfüllen können, etwa bei der Seenotrettung, beim Katastrophenschutz, bei der Meeresforschung, bei der Wetterbeobachtung und beim Umweltschutz.

Sun, stellvertretender Chef des Generalstabs der Volksbefreiungsarmee, räumte die Bauarbeiten auf mehreren Inseln und Riffen ein. Damit sollten ebenfalls deren "Funktion" und die "Arbeits- und Lebensbedingungen für das dort stationierte Personal" verbessert werden.

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Die Lage im Südchinesischen Meer sei "insgesamt friedlich und stabil", so der Admiral. Es habe dort auch niemals ein "Problem mit der Freiheit der Schifffahrt" gegeben.

China streitet mit Taiwan, Brunei, Malaysia, Vietnam und den Philippinen seit Jahren um die Spratly-Inseln, eine weit verstreute Gruppe kleiner Inseln im Südchinesischen Meer.

Zuletzt wurde bekannt, dass China etwa den Bau von Leuchttürmen auf zwei Riffen begonnen hat. Wie Satellitenaufnahmen im April zeigten, baut China am Fiery-Cross-Riff zudem eine 3000 Meter lange Landebahn.

Nach Angaben der US-Regierung positionierte China vor einem Monat auch Artillerieeinheiten auf einer der künstlichen Inseln. Ein Pentagon-Vertreter sagte, die Waffen seien auf Bildern von Aufklärungsflugzeugen zu sehen. Sie seien inzwischen wieder abgezogen worden und hätten kein Sicherheitsrisiko dargestellt. Aber ihre Stationierung unterstreiche die Sorge der US-Regierung, dass China zu militärischen Zwecken Inseln im Südchinesischen Meer errichte.

Peking erweiterte dort zuletzt die Fläche von Korallenriffen und verbat sich Kritik aus Washington, da auch die anderen Staaten in der Gegend Außenposten aufbauten. US-Verteidigungsminister Ashton Carter räumte das Vorgehen anderer Staaten ein. "Allerdings ist ein Land viel weiter gegangen und viel schneller als andere Staaten. Und das ist China." China beanspruche zudem ein viel größeres Gebiet als die anderen.

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Satellitenbilder: Chinas Bauten im Meer

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fab/AFP/dpa