Umstrittener Inselausbau Vietnam erbost über chinesischen Testflug auf die Spratlys

Erstmals ist ein chinesisches Flugzeug auf den Spratly-Inseln gelandet. Auf das Gebiet im südchinesischen Meer erheben einige Staaten Anspruch, prompt verschärften sich die Spannungen zwischen China und Vietnam.
Nun im Testbetrieb: Start-und-Lande-Bahn auf dem Fiery Cross Reef

Nun im Testbetrieb: Start-und-Lande-Bahn auf dem Fiery Cross Reef

Foto: CSIS Asia Maritime Transparency

Schon lange beobachtet und kritisiert Vietnam die chinesische Landgewinnung im südchinesischen Meer, zwischen den Anrainern bestehen große Spannungen. Nun ist erstmals eine chinesische Maschine auf dem Flugfeld des dortigen Fiery Cross Reefs gelandet - für einen Testflug. Und Vietnam protestierte umgehend.

Der Testflug auf den Spratly-Inseln verletze die Souveränität Vietnams, das gegenseitige Verständnis und die bilateralen Beziehungen, sagte ein Sprecher des Außenministers. Er forderte China auf, derartige Aktionen zu unterlassen.

China hingegen sieht sich im Recht. Der Testflug sei auf chinesischem Territorium durchgeführt worden, hieß es aus dem Außenministerium in Peking. Mit dem Flug habe man überprüfen wollen, ob die Start-und-Lande-Bahn den Standards der zivilen Luftfahrt genüge. China werde die unbegründeten Anschuldigungen von vietnamesischer Seite nicht akzeptieren.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Start-und-Lande-Bahn auf dem Fiery Cross Reef wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt. Experten gehen davon aus, dass auf ihr die meisten chinesischen Militärflugzeuge landen können. Auch Vietnam hat bereits eine Start-und-Lande-Bahn auf den Spratly-Inseln errichtet, jedoch ist diese deutlich kleiner.

Während China derzeit mit Nachdruck umstrittene Gebietsansprüche in der rohstoffreichen Region verfolgt, hatten die USA im Dezember erstmals ein "P8-Poseidon"-Spionageflugzeug in Singapur stationiert. Von Japan, den Philippinenund Malaysiaaus gab es bereits Überwachungsflüge.

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P8 in Singapur: Überwachung aus der Luft

Foto: REUTERS/ U.S. Navy

US-Patrouillen zur See und in der Luft

Die US-Regierung verurteilt die Aufschüttung künstlicher Inseln durch China scharf. Kürzlich erst forderte Präsident Barack Obama einen Stopp solcher Vorhaben und ein Ende der militärischen Untermauerung von Ansprüchen. Die USA führen vor allem nahe dem umstrittenen Spratly-Archipel Patrouillen zur See und in der Luft durch.

Peking setzt seinen Kurs jedoch unbeeindruckt fort. Die Volksrepublik hatte zuletzt ihre militärische Präsenz in der umstrittenen Region ausgebaut. Durch das Gebiet führen wichtige Schifffahrtsrouten. Das Land beansprucht auch Gebiete vor den Küsten von Nachbarländern.

Chinesische Einheiten hatten Ende vergangenen Jahres begonnen, fünf Inseln der Spratlys durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrößern. Die USA schickten daraufhin Zerstörer in die Region.

Neuland: Chinesische Schiffe bei der Arbeit im Frühjahr 2015

Neuland: Chinesische Schiffe bei der Arbeit im Frühjahr 2015

Foto: REUTERS/ Armed Forces of the Philippines

Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie.

che/ler/AP
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