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24. Mai 2018, 01:28 Uhr

Konflikt um Südchinesisches Meer

USA laden China von internationalem Seemanöver aus

Alle zwei Jahre findet ein gemeinsames Militärmanöver der Pazifik-Anrainer statt. China ist dieses Mal nicht erwünscht: Die USA vermuten chinesische Raketen und Störsender im Konfliktraum Südchinesisches Meer.

Die chinesische Volksbefreiungsarmee ist von einem alle zwei Jahren abgehaltenen, gemeinsamen Militärmanöver der Pazifik-Anrainer ausgeladen worden. Das teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch in Washington mit. Die Ausladung von dem Rimpac-Manöver (kurz für "Rim of Pacific") sei eine Reaktion auf Chinas "fortgesetzte Militarisierung des südchinesischen Meeres", sagte ein Pentagon-Sprecher.

"Wir haben starke Hinweise darauf, dass China Raketen zur Schiffsabwehr sowie Boden-Luft-Raketensysteme und elektronische Störsender auf umstrittenem Territorium im Bereich der Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer stationiert hat", heißt es in der Stellungnahme weiter.

China baut seit Jahren künstliche Inseln nahe der Spratly-Inselgruppe. Zuvor hatte die Volksrepublik erklärt, sie dienten lediglich zivilen Zwecken, etwa der Fischerei. Zuletzt war jedoch bekannt geworden, dass China dort Langstreckenbomber landen lässt. Nun werfen die USA den Chinesen Stationierung von Waffensystemen auf den Inseln vor. "Wir haben China aufgerufen, die militärischen Systeme sofort zu entfernen", sagte der Pentagon-Sprecher weiter. In den Anrainern des Südchinesischen Meeres kam es zu Protesten gegen China, bei denen auch die chinesische Flagge verbrannt wurde.

So reagiert China auf den Ausschluss

China kritisierte seinen Ausschluss als "sehr unkonstruktiv". Die US-Regierung habe die Entscheidung "leichtfertig" gefällt und behindere damit das "gegenseitige Verständnis zwischen China und den USA", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Washington.

Der US-Außenminister äußerte sich vor den Medienvertretern nicht zu der Entscheidung. Pompeo sagte lediglich, dass er mit Wang eine "gute Diskussion" über die Bedenken der USA angesichts der Aufrüstung im Südchinesischen Meer geführt habe.

Das Seemanöver Rimpac war 1971 von den USA, Kanada und Australien ins Leben gerufen worden und findet seit 1974 alle zwei Jahre statt. China war bislang zweimal dabei: 2014 und 2016. Dieses Jahr sollten sich laut ursprünglicher Planung mehr als tausend Soldaten aus 27 Ländern an der Militärübung beteiligen. Sie findet vom 27. Juni bis zum 2. August statt.

Im November vergangenen Jahres hatten sich Peking sowie die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt, um zu einer friedlichen Beilegung des seit Jahren andauernden Streits zu kommen.

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Neben diesen Staaten erheben aber auch Brunei und Taiwan Ansprüche in dem Gebiet. Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar werden jährlich dort verschifft. Dazu ruhen unter dem Meeresgrund gewaltige Bodenschätze.

ans/aar/AFP/dpa

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