Südkorea Abtrünniger Ex-Vertrauter von Kim Jong Il tot aufgefunden

Er war der prominenteste Überläufer aus Nordkorea: Hwang Jang Yop hatte sich 1997 nach Südkorea abgesetzt. Von dort aus kritisierte er das Regime in Pjöngjang immer wieder scharf. Der Dissident galt als früherer Mentor von Kim Jong Il.

Nordkorea-Flüchtling Hwang Jang Yop: Offenbar eines natürlichen Todes gestorben
REUTERS

Nordkorea-Flüchtling Hwang Jang Yop: Offenbar eines natürlichen Todes gestorben


Seoul - In Südkorea ist der prominenteste und bisher ranghöchste nordkoreanische Überläufer tot aufgefunden worden. Die Leiche des früheren Parteifunktionärs des kommunistischen Nachbarlandes, Hwang Jang Yop, wurde nach Berichten des südkoreanischen Fernsehens am Sonntag in seiner Wohnung gefunden. Die Polizei vermutet als Todesursache einen Herzinfarkt. Hwang war 87 Jahre alt. Es gebe keine Anzeichen für einen Einbruch in sein Haus, hieß es.

Nordkorea, das am Sonntag den 65. Gründungstag der kommunistischen Partei mit einer großen Militärparade feierte, hatte seit der Flucht Hwangs vor 13 Jahren wiederholt über seine Staatsmedien mit der Ermordung Hwangs gedroht.

Der frühere Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei Nordkoreas hatte sich 1997 über China nach Südkorea abgesetzt. Seitdem hatte er das stalinistische Regime in Pjöngjang immer wieder scharf kritisiert. Er wurde in Südkorea rund um die Uhr von Sicherheitsbeamten bewacht.

Nordkorea hatte Hwang die Flucht nie verziehen. Hwang galt als früherer Mentor des derzeitigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il. Er war ein enger Mitarbeiter von Kims Vater, des 1994 gestorbenen früheren Staatschefs Kim Il Sung.

Anfang dieses Jahres hatte Nordkorea seine Morddrohungen gegen Hwang bekräftigt, nachdem dieser auf Vortragsreisen in den USA und Japan zu einer "ideologischen Kriegsführung" gegen Pjöngjang aufgerufen hatte. Zwei mutmaßliche nordkoreanische Agenten wurden im Juli in Südkorea wegen eines Mordkomplotts gegen Hwang zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Die beiden Männer, die sich als Flüchtlinge getarnt hatten, um über Thailand nach Südkorea einreisen zu können, gaben zu, im Auftrag Pjöngjangs ein Attentat auf Hwang geplant zu haben.

cai/dpa

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Seite 1
aat 23.10.2009
1.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
War eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
maan, 23.10.2009
2. Nordkorea gegen den Rest der Welt?
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Erst dann, wenn sich China und Russland durch den Hasardeur selbst bedroht fühlen. Wichtig wäre es, China und Russland wegen der Unterstützung Nordkoreas in der Weltgemeinschaft zu ächten. Ohne Unterstützung hätte der Spuk schnell ein Ende.
Ghost12 23.10.2009
3. Tolle Ausgangsfrage
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Nein. Die provozieren schon wieder mit ihrer Passivität. Direkt Bomben abwerfen. Für Frieden und Demokratie.
tao chatai 23.10.2009
4.
Zitat von aatWar eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
Na klar,vor dem ersten Ueberfall durch die USA,etwa 1864(ohne zu googeln)
Andreas Henn, 23.10.2009
5.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Mit Nodkorea schon, warum auch nicht? Mit dem aktuellen Regime, nein, wie denn auch?
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