Atomkonflikt Bestätigung von Südkorea - Nordkoreas Rakete kann Washington erreichen

Die Angaben Pjöngjangs zur neuen Interkontinentalrakete scheinen nicht nur Propaganda zu sein. Auch laut der südkoreanischen Regierung könnte das nordkoreanische Regime nun Washington erreichen.

TV-Bericht über Nordkoreas Raketentest in Seoul
AP

TV-Bericht über Nordkoreas Raketentest in Seoul


Südkorea hat Angaben der nordkoreanischen Regierung bestätigt, wonach die Interkontinentalrakete Hwasong-15 Ziele in bis zu 13.000 Kilometern Entfernung treffen könnte. Pjöngjang hatte am Mittwoch verbreitet, dass damit nun "die gesamten Kontinental-USA" in Reichweite seien.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien weitere Überprüfungen notwendig. Experten sind sich aber einig, dass die Hwasong-15 eine enorme Weiterentwicklung des nordkoreanischen Raketenarsenals ist.

Nordkorea hatte die Interkontinentalrakete am Mittwoch getestet. Machthaber Kim Jong Un erklärte, der Test habe seinem Land geholfen, den Status einer Atommacht zu erreichen.

International wurde die neue Provokation verurteilt. Die US-Regierung forderte alle Länder auf, sämtliche diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Nordkorea zu beenden. Die Bundesregierung zog einen Diplomaten aus Pjöngjang ab und forderte Nordkorea auf, Personal aus der Botschaft in Berlin nach Hause zu holen.

cte/AP/Reuters



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Ein_denkender_Querulant 01.12.2017
1. Verteidigungsmassnahme
Nordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Schon im Koreakrieg wollten die USA Nordkorea dem Erdboden gleich machen, hier ist es gut zusammengefasst "...Bereits im April 1951 ließ der US-Präsident die nächsten Schritte einleiten. Er erlaubte es, neun Atombomben durch die Air Force nach Okinawa zu transportieren. Zudem authorisierte er die Stationierung von B-29-Bombern in der japanischen Stadt, welche in der Lage waren, die Atombomben zu transportieren und abzuwerfen. ..." https://www.contra-magazin.com/2017/10/koreakrieg-die-usa-wollten-atombomben-ueber-nordkorea-und-china-abwerfen/ Wie soll man als Staat überleben, wenn die größte Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln gegen einen Staat kämpft? In Kuba waren die Auswirkungen ähnlich. Ob ein Staat nun unseren Werten entspricht ist nicht das Thema. Natürlich ist das Leben in Nordkorea nur mit dem Wort erbärmlich zusammen zu fassen. Politische Veränderungen müssen von innen getragen werden, nicht von außen. Nordkorea kann sich jetzt verteidigen. Die Waffen sind zwar noch rudimentär, ein gezielter Wiedereintritt in die Atmosphäre ist nicht möglich, es reicht aber völlig, in 100km Höhe die Atombomben zu zünden, um die USA ohne einen direkten Todesfall in die vorindustrielle Zeit zurückzubomben. Durch einen EMP würde jeder Rechner, jede Steuerung und jeder Chip im Land versagen. Damit bricht die gesamte Infrastruktur und Fertigung zusammen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man Nordkorea im Erstschlag vernichten will. Aber jetzt kann auf Augenhöhe verhandelt werden. bisher wollten die USA Nordkorea mit der Macht ihres Militärapperates, dessen Stärke Trump immer wieder betont, kontrollieren. Der Sicherheitsrat der UN ist solange eine Farce, wie einzelne Länder ein Vetorecht haben. Ich hoffe weiterhin auf friedliche Lösungen.
steve_burnside 01.12.2017
2. War ja klar.
War ja klar, dass es irgendwann soweit sein wird, wenn man nichts dagegen tut. Wären die Amis mal früher gegen Nordkorea vorgegangen. Wenn Washington nun wirklich erreichbar ist für die Raketen, dann ist es jetzt wohl zu spät.
JaguarCat 01.12.2017
3. Immer schneller
Seitdem Trump an der Macht ist, geht es mit dem nordkoreanischen Atomraketenprogramm immer schneller vorwärts. Vor knapp drei Monaten wurde erstmalig erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet, jetzt kommt eine Interkontinentalrakete dazu, die von Nordkorea aus fast jeden Punkt der Erde treffen kann, nur Südamerika darf sich noch sicher fühlen. Nun ja, offensichtlich verfehlt das Gepoltere Trumps seine Wirkung nicht, es schweißt die Generäle, Forscher und Ingenieure in Nordkorea zusammen und treibt sie zu neuen Spitzenleistungen an. Was könnte man tun? Nun, erstens sollten die USA endlich eine Nichtangriffsgarantie für Nordkorea abgeben, so lange es sich friedlich verhält, also niemanden angreift. Und dann sollten sie Handel mit Öl, Kohle, Düngemittel und anderen lebenswichtigen Roh- und Hilfsstoffen wieder zulassen. NUR so kehrt Frieden ein. Je mehr Sanktionen und Drohungen die USA hingegen aussprechen, desto mehr wird Nordkorea testen. Es ist so einfach.
monolithos 01.12.2017
4. Warum Washington
Was wollen die Nordkoreaner denn in Washington angreifen? Microsoft? Seattle? Gehen wir mal von Washington, D.C. (!) als lohnenswertem Ziel aus: Eine ballistische Rakete flöge dann über China, Russland und weite Teile Kanadas und etwas an Alaska vorbei. Da sollte es doch genügend Abfangmöglichkeiten geben.
almeo 01.12.2017
5.
Zitat von Ein_denkender_QuerulantNordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Schon im Koreakrieg wollten die USA Nordkorea dem Erdboden gleich machen, hier ist es gut zusammengefasst "...Bereits im April 1951 ließ der US-Präsident die nächsten Schritte einleiten. Er erlaubte es, neun Atombomben durch die Air Force nach Okinawa zu transportieren. Zudem authorisierte er die Stationierung von B-29-Bombern in der japanischen Stadt, welche in der Lage waren, die Atombomben zu transportieren und abzuwerfen. ..." https://www.contra-magazin.com/2017/10/koreakrieg-die-usa-wollten-atombomben-ueber-nordkorea-und-china-abwerfen/ Wie soll man als Staat überleben, wenn die größte Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln gegen einen Staat kämpft? In Kuba waren die Auswirkungen ähnlich. Ob ein Staat nun unseren Werten entspricht ist nicht das Thema. Natürlich ist das Leben in Nordkorea nur mit dem Wort erbärmlich zusammen zu fassen. Politische Veränderungen müssen von innen getragen werden, nicht von außen. Nordkorea kann sich jetzt verteidigen. Die Waffen sind zwar noch rudimentär, ein gezielter Wiedereintritt in die Atmosphäre ist nicht möglich, es reicht aber völlig, in 100km Höhe die Atombomben zu zünden, um die USA ohne einen direkten Todesfall in die vorindustrielle Zeit zurückzubomben. Durch einen EMP würde jeder Rechner, jede Steuerung und jeder Chip im Land versagen. Damit bricht die gesamte Infrastruktur und Fertigung zusammen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man Nordkorea im Erstschlag vernichten will. Aber jetzt kann auf Augenhöhe verhandelt werden. bisher wollten die USA Nordkorea mit der Macht ihres Militärapperates, dessen Stärke Trump immer wieder betont, kontrollieren. Der Sicherheitsrat der UN ist solange eine Farce, wie einzelne Länder ein Vetorecht haben. Ich hoffe weiterhin auf friedliche Lösungen.
Man liest es ja regelmäßig unter Artikeln zur Nordkorea, aber daraus wird es nicht wahrer - Nordkorea ist bei weitem hier kein armes Opfer, dass sich verzweifelt mit allen Mitteln zu wehren versucht. Auch sollte man die Drohnung von Kernwaffeneinsätzen aus den 50ern mal nicht überbewerten. Niemand wusste damals um die Langzeitfolgen und nach Japan war man über einige Jahre schlicht der Meinung, dass Kernwaffen ein legitimes Mittel sind, um Konflikte schnell zu beenden. Das dürfte heute auch ganz anders aussehen. Ich bin bei Leibe kein Freund der Regierung Trump, aber der Aufbau eines Interkontinentalen Atomwaffenarsenals durch einen so instabilen Staat wie Nordkorea ist schlicht eine Bedrohung, und diese wird man nicht damit lösen, den Amerikanern den Schwarzen Peter in der Geschichte zuzuschieben.
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