Streit um Vergangenheit Südkorea hält doch an Militärabkommen mit Japan fest

In wenigen Stunden wäre die Frist abgelaufen: Die südkoreanische Regierung hatte angekündigt, ein Abkommen mit Japan nicht zu erneuern - das hätte einen Bruch zwischen den Staaten bedeutet. Nun hat es sich Seoul anders überlegt.

Südkoreas Präsident Moon Jae In: USA forderte Verlängerung des Abkommens
Soren Andersson/ TT News Agency/ REUTERS

Südkoreas Präsident Moon Jae In: USA forderte Verlängerung des Abkommens


Am 23. November um 00:01 Uhr sollte das sogenannte GSOMIA-Abkommen zum Informationsaustausch zwischen Japan und Südkorea auslaufen. Zum Ärger der verbündeten Regierungen in Tokio und Washington kündigte Südkorea an, das Abkommen nicht zu erneuern. Es macht etwa den direkten Austausch über die Waffen des nordkoreanischen Regimes möglich.

Nun hat es sich die Führung in Seoul doch noch anders überlegt: Südkorea werde an dem Abkommen vorerst festhalten. Das Präsidialamt erklärte am Freitag, die Mitteilung an Japan vom August, das um Mitternacht auslaufende Abkommen nicht mehr verlängern zu wollen, sei nicht mehr wirksam. Seoul werde die Beendigung des Abkommens vorläufig aussetzen.

Japan und Südkorea sind seit Monaten in einen Streit um die gemeinsame Vergangenheit verwickelt. Dabei geht es etwa um das Schicksal der koreanischen Zwangsarbeiter unter der japanischen Besatzungsmacht. Japan hatte die koreanische Halbinsel zwischen 1910 und 1945 besetzt.

Zuvor hatte die USA ihre beiden Verbündeten aufgerufen, das Abkommen zu verlängern. Die USA sehen die Streitereien in wirtschaftlichen und politischen Fragen zwischen Tokio und Seoul mit großer Sorge.

vks/dpa



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