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27. März 2010, 12:29 Uhr

Südkorea

Kriegsschiff sinkt unter mysteriösen Umständen

Schiffsunglück im Gelben Meer: Nahe der umstrittenen Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea ist ein südkoreanisches Kriegsschiff gesunken. Die Ursache ist noch nicht klar. Fast 50 Seeleute werden noch vermisst.

Seoul - Die Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten ist eine geopolitisch sensible Nahtstelle. Die Grenze im Gelben Meer war nach Ende des Korea-Kriegs im Jahr 1953 von US-geführten Uno-Truppen einseitig beschlossen worden. Nordkorea erkennt sie bis heute nicht an.

Nord- und Südkorea hatten sich im November erstmals seit sieben Jahren ein Feuergefecht im Gelben Meer geliefert. Damals wurden die beteiligten Schiffe beschädigt. Nun ist in dem Gebiet ein südkoreanisches Kriegsschiff unter ungeklärten Umständen gesunken.

Die Korvette "Cheonan" war am Freitagabend nahe der Insel Baengnyeong untergegangen. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums war aus noch ungeklärter Ursache ein Loch im Rumpf entstanden, nachdem das Schiff einen Warnschuss auf ein unbekanntes Objekt abgefeuert hatte. Nach jüngsten Vermutungen könne es sich dabei aber nicht um ein anderes Schiff, sondern um einen Vogelschwarm gehandelt haben.

Nach Angaben eines Sprechers des Generalstabschefs wurden bisher 58 Besatzungsmitglieder gerettet. Viele der 46 Vermissten könnten in dem gesunkenen Schiff eingeschlossen sein. Nach Angaben eines Vertreters des Generalstabs nahm eine Gruppe von 18 Tauchern bereits ihre Arbeit zur Suche nach der Unglücksursache auf.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat eine umfassende Untersuchung angeordnet. Der Staatschef habe am Samstag eine Krisensitzung des Kabinetts einberufen und Ermittlungen gefordert, die "keine Möglichkeit außer Acht lassen", sagte ein Sprecher der südkoreanischen Armee.

Nach südkoreanischen Armeeangaben gab es zunächst keine Hinweise auf eine Verwicklung Nordkoreas in den Vorfall. Dies teilte auch das US-Außenministerium mit. Die "Korea Times" berichtet auf ihrer Internetseite, die südkoreanischen Militärs konzentrierten ihre Untersuchungen inzwischen auf die Explosion einer Seemine und eine "interne Explosion von Munition" an Bord.

chs/Reuters/dpa/AFP

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