Südkorea Ministerpräsident Lee tritt nach Affäre zurück

Südkoreas Ministerpräsident Lee Hae Chan ist zurückgetreten. Ihm wurde seine Golfleidenschaft zum Verhängnis.

Seoul - Anstatt sich am 1. März um eine Beilegung des Ausstands von Eisenbahnern zu bemühen, war Lee einfach zum Golfspielen gegangen. Lee bot Präsident Roh Moo Hyun nach dessen Rückkehr von einer Afrika-Reise seinen Rücktritt an, wie das Präsidialbüro erklärte. Bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der regierenden Uri-Partei, Chung Dong Young, habe Roh erklärt, er werde der Empfehlung der Partei folgen und den Rücktritt annehmen. Lee hatte am 1. März, einem landesweiten Feiertag, frei. Er entschuldigte sich später mehrfach dafür, trotz des Streiks nicht gearbeitet zu haben.

Lee, der als reformorientierter Politiker gilt, ist seit knapp zwei Jahren im Amt. Die Machtbefugnisse des Ministerpräsidenten sind unter dem Präsidialsystem in Südkorea beschränkt. Fast alle wichtigen Entscheidungen laufen über das Staatsoberhaupt. Lee galt jedoch als bisher einflussreichster Ministerpräsident, weil ihm Roh einen größeren Teil der Regierungsaufgaben übertragen hatte.

lan/AP/Reuters

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