Krise in Fernost Südkorea zieht Atomtestverdacht gegen Pjöngjang zurück

Bereitet Nordkorea doch keinen neuen Atomtest vor? Der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung hatte dies zunächst behauptet - nun aber dementiert die Regierung in Seoul. Laut Verteidigungsministerium sind keine verdächtigen Schritte auf dem Testgelände im Nachbarland zu erkennen.
Südkoreanische Grenzstation: "Keine ungewöhnlichen Schritte"

Südkoreanische Grenzstation: "Keine ungewöhnlichen Schritte"

Foto: Jeon Heon-Kyun/ dpa

Seoul - Nordkorea steht nach Einschätzung des südkoreanischen Verteidigungsministeriums vermutlich doch nicht kurz vor einem vierten Atomtest. "Wir haben keine ungewöhnlichen Schritte registriert, die auf einen Atomtest hindeuten", erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag.

Kurz zuvor hatte der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Ryoo Kihl Jae, erklärt, es gebe Anzeichen für die Vorbereitung eines neuen Tests. Er reagierte damit auf einen Zeitungsbericht, in dem es hieß, nahe dem Atomtestgelände in Punggye Ri seien Bewegungen von Personal und Fahrzeugen festgestellt worden, wie sie auch im Vorfeld des dritten Atomtests im Februar registriert worden seien. Militärs in Südkorea bestätigten laut der Zeitung "JoongAng Ilbo" lediglich, dass Nordkorea wahrscheinlich den Start einer Mittelstreckenrakete von einer mobilen Raketenstartrampe an der Ostküste vorbereite.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte am 12. Februar den dritten Atomtest unternommen. Die daraufhin verschärften Uno-Sanktionen hatten Nordkorea dazu veranlasst, die Situation massiv eskalieren zu lassen. Das Land erklärte dem Süden den Kriegszustand und drohte auch den USA mit einem atomaren Schlag. Die US-Regierung reagierte mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region.

Nach immer neuen Kriegsdrohungen aus Nordkorea und um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, hatte die Regierung der USA am Wochenende einen für diesen Dienstag geplanten Test einer Interkontinentalrakete verschoben. Der lange geplante Start der Rakete vom Typ Minuteman III habe nichts mit Korea zu tun. Trotzdem hätten sich die USA wegen der jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel für die Verschiebung entschieden, sagte ein hoher Beamter des US-Verteidigungsministeriums nach Angaben des US-Senders CNN.

US-General in Südkorea sagt Heimreise ab

Südkorea drohte dem kommunistischen Regime in Pjöngjang im Falle eines Angriffs mit schwerer Vergeltung. "Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit schwerer Vergeltung rechnen", sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Kim Jang Soo, am Sonntag.

Wie ernst die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist, lässt sich wahrscheinlich auch daran messen, dass der Kommandeur für die US-Streitkräfte dort, General James D. Thurman, gänzlich unerwartet eine lange geplante Reise nach Washington absagte.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte am 12. Februar den insgesamt dritten Atomtest unternommen, trotz internationaler Warnungen. Die daraufhin verhängten verschärften Sanktionen hatten seitens Nordkoreas zu einer massiven Eskalation geführt.

Das Land erklärte dem Süden den Kriegszustand und drohte auch den USA mit einem atomaren Schlag. Die US-Regierung hat mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region reagiert.

ler/AFP/dpa/Reuters
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